Das Berliner Start-up vermittelt Solaranlagen an Eigenheimbesitzer. Anschub kommt nun von zwei Größen aus der Energiebranche.

Auf dem eigenen Dach Strom erzeugen: Diesen Schritt will das Start-up Zolar aus Berlin vereinfachen. Die junge Firma tüftelt an einem Online-Portal, das Immobilienbesitzer ohne viel Fachwissen durch den Kauf einer Photovoltaikanlage leitet. Den Auftrag übermittelt Zolar schließlich an Installateure deutschlandweit. Zugang zu weiteren Kunden und Kooperationspartnern erhofft sich das 2016 gegründete Unternehmen nun von Neuinvestoren, die wichtige Kontakte mitbringen: Baywa r.e. Energy Ventures, Investmentarm der Energie-Tochter des Mischkonzerns Baywa, sowie der Venture-Capital-Fonds Inven Capital, hinter dem der tschechische Energieversorger CEZ steht.

Insgesamt zehn Millionen Euro stecken sie zusammen mit den Bestandsinvestoren in das Berliner Start-up. Seit einer ersten Finanzierungsrunde Ende 2017 sind bereits die Kapitalgeber Heartcore Capital, Statkraft Ventures und Partech investiert – damals flossen vier Millionen Euro an das Unternehmen. Die aktuelle Finanzspritze soll das Wachstum ankurbeln: „Der Zugriff auf das Know-how sowie auf das globale Netzwerk der Investoren wird dazu beitragen, unsere digitale Plattform weiter auszubauen und das Partnernetzwerk zu vergrößern“, lässt sich Geschäftsführer Alex Melzer in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung zitieren. Der 34-Jährige hat Zolar mit Mitgründer Gregor Loukidis aufgebaut.

Elektromobilität soll das Geschäft antreiben

Mit Baywa r.e. hat das Start-up mit derzeit mehr als 70 Mitarbeitern künftig eine Energie-Größe im Rücken, die selbst Solar- sowie Windkraftanlagen baut und verkauft. Nach Ansicht des Investors bieten sich mit Hilfe digitaler Abwicklung durch Anbieter wie Zolar erhebliche Zeit- und Kostenvorteile. Ulrich Seitz, Geschäftsführer der BayWa r.e. Energy Ventures, rechnet daher auch in Zukunft mit Zulauf für das Start-up: „Trends wie Elektromobilität gehen mit wachsendem Strombedarf und steigenden Kosten einher. Daher ergibt sich oft der Wunsch, mittels eigener Stromerzeugung netzunabhängig zu werden“, erklärt er laut Pressemitteilung den Hintergrund des Investments.

Nicht nur bei Privatkunden rührt Zolar die Werbetrommel. Gleichzeitig biete die Online-Plattform unabhängigen Installationsbetrieben die Möglichkeit, sich auf ihr Kerngeschäft – die Installation – zu konzentrieren, lässt sich Vincent Gregoir, Investment Manager bei Inven Capital, zitieren. So läuft die Kooperation ab: Das Start-up wirbt die Aufträge von Immobilienbesitzern ein und wickelt sie anschließend als zentraler Ansprechpartner für die Endkunden ab.

Millionenfinanzierungen und Exits

Gründer greifen derzeit an verschiedenen Stellen des Marktes für erneuerbare Energien an: Ecoligo beispielsweise konzentriert sich auf die Finanzierung von Solaranlagen in Schwellen- und Entwicklungsländern und wirbt um Kleinanleger, die im Schwarm investieren wollen – mit Aussicht auf grüne Renditen, so das Versprechen. Der Projektentwickler für Windkraftanlagen Saxovent beteiligte sich mit 2,5 Millionen Euro, wie im Juli bekannt wurde. Dagegen spezialisiert sich das 2010 gegründete Start-up Sonnen aus dem Allgäu auf Batteriespeicher für Haushalte, die erneuerbare Energien puffern sollen. Die junge Firma wird vom britischen Öl-Riesen Shell übernommen, wie die Unternehmen im Februar mitteilten.