Startnext berechnet das Gesamtvolumen an vermitteltem Kapital seit dem Plattform-Launch 2010 auf fast 19,5 Millionen Euro. 2.603 Kampagnen wurden damit erfolgreich finanziert. Das durchschnittlich erreichte Fundingziel somit laut Startnext bei 8.415 Euro. Winzige Zahlen im Vergleich zu den Millionen- und Milliardenbeträgen, die Kickstarter präsentieren kann.

Aber der deutsche Markt ist eben noch relativ am Anfang – im vergangenen Jahr soll alleine Startnext um 63 Prozent gewachsen sein, der US-Markt ist deutlich größer und schon internationaler und die amerikanische Crowdfunding-Szene hat einen Vorsprung. Um der Konkurrenz Kickstarter standzuhalten, müssen sich die deutschen Crowdfunding-Portale nun klarer positionieren. “Sie müssen zeigen, was sie besser machen als Kickstarter“, so Schenkel. „Dafür müssen einige Plattformen vermutlich noch einmal Geld in die Hand nehmen und investieren, um künftig neben Kickstarter bestehen zu können.“

Startnext sei dafür aber bereits jetzt gut aufgestellt und müsse die Kickstarter-Konkurrenz nicht allzu sehr fürchten, ist sich der Crowdfunding-Experte sicher. „Startnext konzentriert sich sehr auf die Kreativwirtschaft, wohingegen Kickstarter primär auf den Technik-affinen Markt schaut“, so Schenkel.

Mit Pauken und Trompeten

Einen Vergleich ziehen viele zur konkurrierenden US-Plattform Indiegogo, die bereits seit 2014 auf dem deutschen Markt vertreten ist. Durch sie hat es keinen enormen Schub gegeben, sagt MichaelGebert, Vorstand des Deutschen Crowdsourcing-Verbands und Partner des Crowd Mentor Networks: „Indiegogo hat deutlich mehr Venture Capital eingesammelt als Kickstarter. Trotzdem wurden die hehren Ziele, die die Plattform sich gesetzt hatte, bislang in Deutschland nicht erreicht.“ Allerdings wildert Indiegogo auch in anderen Branchen: Alternative Ideen, Kunst, Kultur und Soziales sind die Steckenpferde von Indiegogo-Kampagnen – eher also eine Konkurrenz für Startnext.