Vorerst verschickt Loll derzeit die meiste Post mit anderen Anbietern oder per Express. Aber auch da kommen zusätzliche Kosten auf Bewerber und Unternehmer zu, da eine Expresssendung bei der Deutschen Post statt 60 Cent schon einmal zwölf Euro kosten kann. Die Post verdiene daran noch mal extra, schmipft Loll.

Warum Studimed so stark auf die Zustellung angewiesen ist, erklärt der Gründer so: Das Unternehmen erhalte die Vermittlungsanträge in der Regel per Post, weil die Verträge nur mit persönlicher Unterschrift gültig sind. Seit 10. Juni nun sei „kein einziger Vertrag“ mehr angekommen: „Ich weiß also nicht, wie viele Kunden zu Hause sitzen und darauf warten, dass die Antragstellerin sich um ihre Sachen kümmert. Um die Fristen halten zu können, muss die Antragstellerin ja zunächst einmal wissen, dass sie überhaupt Kunden hat und wer das ist“, schreibt Loll im Eilantrag.

Eine Sprecherin des Kölner Amtsgerichts bestätigte am Freitag den Eingang des Antrags. An die Post sei nun eine Aufforderung zur Stellungnahme geschickt worden – ironischerweise per Post. Nach der Zustellung des Schreibens habe die Post dann drei Tage Zeit für eine Rückmeldung, sodass nicht vor Mitte kommender Woche mit einer Entscheidung zu rechnen sei.

Ein Postsprecher wollte sich mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern und teilte nur so viel mit: Trotz der Streiksituation kommen bis zu 80 Prozent aller Sendungen an. Es gebe keine Statistiken darüber, ob bestimmte Ort weniger Post erhalten als andere. Außerdem gibt es bei der Post generell keine Garantie, dass Briefe und Pakete innerhalb von ein, zwei Tagen zugestellt werden müssen, so der Postsprecher. Im Normalfall geschehe das allerdings zu 95 Prozent.