Aber die Konkurrenz schläft nicht – oder besser, wacht gerade auf: Mittlerweile tummeln sich eine Handvoll von Anbietern im Immobilien-Crowdinvesting – manche wenige Jahre, manche sogar nur wenige Monate alt. Sie unterscheiden sich in Details, wie etwa den Projektlaufzeiten oder der Beteiligungsart. Das Ziel ist ihnen aber allen gemein: mit dem Schwarm Immobilienprojekte voranbringen.

Zinsland aus Hamburg

Für den Kastanienhof in Hilden sammelten die Projektentwickler beispielsweise über die Crowdinvesting-Plattform Zinsland. „Es gibt eigentlich nichts, was man nicht mit Crowdfunding finanzieren kann“, heißt es bei dem Hamburger Start-up, das aus der Immobilienbranche erwachsen ist: Gründer Carl von Stechow hatte dort schon neun Jahre Arbeitserfahrung gesammelt, bevor er gemeinsam mit zwei Mitstreitern Ende 2014 Zinsland ins Leben rief.

„Wir haben festgestellt, dass sowohl Projektentwickler zunehmenden Bedarf an Kapital haben als auch sehr viel mehr Anfragen von Investoren kamen, ob man sich nicht auch mit geringeren Summen an Projekten beteiligen kann“, so von Stechow. So kam die Idee zur Schwarmfinanzierung im Netz. Im Vergleich zu Crowdinvestments etwa in Start-ups sind die Laufzeiten bei den Immobilienfinanzierungen vergleichsweise kurz. Bei Zinsland etwa sind es 18 Monate. Investiert werden kann ab einer Summe von 250 Euro, die Rendite liegt bei 6,5 Prozent.

Der größte Unterschied zum üblichen Crowdfunding: Es gibt kein Alles-oder-Nichts-Prinzip! Während es normalerweise bei der Schwarmfinanzierung also üblich ist, dass die Summe nur ausgezahlt wird, wenn das Fundingziel erreicht wurde, garantieren die meisten Plattformen, dass die Wunschsumme zusammenkommt. „Die Projektentwickler brauchen eine klare Ansage, dass sie mit der Finanzierung rechnen und auch während der Fundingphase damit planen können. Deswegen bekommen sie von Zinsland die Ansage, dass das Geld in jedem Fall zusammen kommt“, so von Stechow. Lässt sich das Geld über die Crowd also nicht komplett einsammeln, treibt Zinsland die entsprechende Summe über Kapitalgeber aus ihrem Umfeld auf.

Beim Kastanienhof in Hilden sieht das beispielsweise so aus: Bis Sonntag waren insgesamt 664.300 der 750.000 Euro über die Crowd eingesammelt. 85.700 Euro kamen von Kapitalgebern aus dem Zinsland-Umfeld hinzu.

Exporo aus Hamburg

Dieses Prinzip verfolgt auch die Konkurrenz von Exporo, die ebenfalls in Hamburg gegründet wurde: „Aktuell geben wir den Projektentwicklern eine Finanzierungsgarantie. Das heißt zur Not haben wir Ankerinvestoren, die mit ins Boot springen, wenn die Crowd nicht genug zusammenbringt“, sagt Exporo-Gründer Björn Maronde. „Denn wir sind von den Projekten auf unserer Plattform so überzeugt, wir investieren auch mit eigenem Geld in unsere Projekte.“ Auch das Exporo-Team besteht aus Experten, die schon vor der gemeinsamen Gründung Immobilienprojekt­finanzierungen begleiteten. 2013 kam Maronde die Idee zu einer eigenen Internet-Plattform für Immobilienfinanzierungen, die ein Jahr später schließlich in die Tat umgesetzt wurde. Etwa gleichzeitig mit Zinsland brachte Maronde Exporo Ende 2014 mit seinen drei Mitgründern an den Start. Noch im Dezember ging das erste Projekt online, das von 440 Investoren finanziert wurde.