„Dadurch, dass es nicht so viele Unternehmen mit Hochtechnologie in Mecklenburg gibt, werden wir im Bundesland deutlich stärker wahrgenommen. Vor allem von der Politik“, sagt Boltze. Das habe geholfen, um leichter an Fördermittel zu gelangen. Zusammen mit dem Leibnitz-Institut für Katalyse aus Rostock und der Fachhochschule Stralsund hat er vom Wirtschaftsminister persönlich den Bescheid für eine Million Euro Fördermittel bekommen. „In anderen Regionen wären wir nur einer von vielen gewesen.“

Im Bereich der Förderung von Gründern mit staatlichem Beteiligungskapital können die neuen Bundesländer punkten. Laut einer Studie der Wirtschaftskanzlei Lutz Abel ist das durchschnittliche Investitionsvolumen in die neuen Bundesländer höher, als in die alten. Bayern führt zwar die Liste mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro pro Jahr an. Es folgen aber Thüringen mit 20 Millionen Euro, Berlin mit 14 Millionen Euro und Sachsen-Anhalt mit zwölf Millionen Euro. Niedersachsen, Hessen und das Saarland haben beispielsweise gar keine staatlichen Risikokapital-Gesellschaften.

Umgekehrt ist die Situation bei Wettbewerben für Gründer – einer weiteren Möglichkeit, um an Geld und Aufmerksamkeit zu kommen. Das Portal für-gründer.de hat die Wettbewerbe in einer Studie untersucht. Das Ergebnis: In den alten Bundesländern warten demnach mehr als doppelt so hohe Preisgelder auf mögliche Gewinner. Auch die reine Zahl der Wettbewerbe ist mit 63 zu 16 deutlich höher.

Über mögliche Vorteile in anderen Bundesländern hat sich Matthias Boltze bei seiner Gründung keine Gedanken gemacht. Er ist seinem Heimatort treu geblieben. Auch wenn die Lage schon ein paar Nachteile hat. So sei es schwierig gewesen, geeignete Zulieferer zu finden. „Da sind die Strukturen in Bundesländern wie Baden-Württemberg schon deutlich feinmaschiger“, sagt Boltze. Letztlich hat der Gründer aber doch Glück gehabt und einige Unternehmen gefunden, mit denen er zusammen die nötigen Komponenten entwickeln konnte. „In Mecklenburg-Vorpommern hat man eben nicht so die Auswahl.“ Er sieht das pragmatisch. „Wer die Wahl hat, hat die Qual. Für uns gab es eben beides nicht.“