Eines dieser Konzepte ist Socialmatch, ein Berliner Start-up, das Spiele-Abende für Singles veranstaltet. Die Idee dazu kam den beiden Gründern Patrick Kuhlmann und Valentin Rieger am Morgen nach einer Silvesterparty. Viele der damals anwesenden Gäste kannten einander nicht, doch die verschiedenen Gesellschaftsspiele, die an dem Abend gespielt wurden, lockerten die Atmosphäre ungewöhnlich schnell auf. „Nach kurzer Zeit fühlten wir uns bereits alle ziemlich vertraut miteinander und langweiliger Small-Talk kam erst gar nicht auf“, sagt Kuhlmann rückblickend.

Nur wenige Wochen später, im Jahr 2014, starteten die beiden ihre Veranstaltungsreihe Socialmatch, bei der man nach ihren Angaben „spielend leicht“ neue Leute kennenlernt – und dabei vielleicht sogar den Partner fürs Leben trifft. Knapp 40 Events hat das kleine Start-up seither bundesweit veranstaltet, 300 Teilnehmer waren dabei. Finanziert haben sie all das aus eigener Tasche, genau wie Flirtuniversity-Gründer Horst Wenzel.

„Nicht einfach, mit den großen Hunden zu pinkeln“

Dass es auch solche Konzepte schwer haben, weiß Pamela Moucha, Single-Expertin und Sprecherin des Online-Portals Singlebörsen-Vergleich. Seit Jahren beobachtet sie die Branche und sagt: „Den Löwenanteil des Umsatzes haben die großen Player längst unter sich aufgeteilt.“ Die meisten Neugründungen überleben das erste Jahr daher nicht. Sie verschwänden oft so schnell wie sie aufgetaucht seien.

Erfolg haben ihrer Meinung nach nur die wenigsten Gründer in der Singlebranche. „Start-ups brauchen entweder eine glänzende Idee oder ein gutes Gespür dafür, welche Lücken am Datingmarkt noch erfolgreich besetzt werden können“, sagt Moucha. Zudem brauche es enormes Startkapital, um überhaupt in den Wettbewerb treten zu können. „Es ist nicht so einfach, mit den großen Hunden zu pinkeln.“

Doch auch kleinere Unternehmen wie Socialmatch oder die Flirtuniversity fangen langsam an, mit ihren Angeboten Geld zu verdienen. Der Grund: Gefragt seien laut Moucha längst nicht mehr nur die traditionellen Onlinebörsen, sondern inzwischen auch Nischenangebote für Hundeliebhaber, Millionäre oder Mollige.