Ein volles Buch

Auslandsexpansion ist nur eine Form der Erweiterung. Wenn nach Feierabend die Hälfte der Belegschaft immer noch im Büro sitzt und Aufträge bearbeitet, ist Ihr Start-up entweder überbelastet oder Ihre Mitarbeiter arbeiten sehr langsam. Während Sie im zweiten Fall die Wahl Ihrer Mitarbeiter überdenken sollten, heißt es im ersteren Fall: neue Mitarbeiter einstellen. Für Ihr Start-up dürfte in diesem Fall eine gewisse Sicherheit bestehen: Ein volles Buch bedeutet viele Kunden bedeutet viel Geld. Geht diese Gleichung auf, können Sie sich neue Mitarbeiter leisten. Und um neue Aufträge weiter zu bearbeiten können, brauchen Sie diese auch.

Ein volles Büro

Die Aktenschränke platzen aus allen Nähten, Ordner stapeln sich sogar auf den Heizungsbänken, Mitarbeiter arbeiten auf den Fluren oder im Café an der nächsten Straßenecke? Dann wird es dringend Zeit für eine räumliche Expansion. „Wichtig ist, dass sich Unternehmen dabei nicht übernehmen“, erklärt Thönnessen. „Vielmals haben hohe Investments für eine Erweiterung der Produktion, Verkaufsfläche oder Räumlichkeiten schon zu finanziellen Problemen geführt, weil diese schlecht und überdimensioniert geplant wurden.“

Prinzpiell gilt bei jeder Form der Expansion: Das Start-up müsse zuerst funktionieren, bevor es größer gemacht werden könne, sagt Alexander Franz, Unternehmensberater in Wien. Ansonsten würde das Unternehmen „nicht seinen Erfolg multiplizieren, sondern nur seine Probleme“.

Sein Tipp ist, das Unternehmen in drei Kernstufen – Vision, Produkt, Geschäft – zu verstehen, um dann so früh wie möglich zu expandieren: „Wer nicht expandiert, obwohl es möglich wäre, überlässt freiwillig das Feld der Konkurrenz.“