Das Mobilitäts-Start-up sammelt 26 Millionen Euro ein, unter anderem vom Berliner Wagniskapitalgeber Project A und dem schwedischen VC Creandum.

Es gibt neue Bewegung auf dem heiß umkämpften Markt der Elektro-Scooter: Das schwedische Start-up Voi, das in den kommenden Monaten auch in Deutschland an den Start gehen will, hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde 26 Millionen Euro eingesammelt. Leadinvestoren sind der Berliner Wagniskapitalgeber Project A und der schwedische VC Creandum.

Auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer begründete Thies Sander, Founding Partner bei Project A, die Entscheidung für das Investment: “Wir haben den europäischen E-Scooter-Markt gründlich untersucht und glauben, dass es nicht nur einen Sieger geben wird. Aus unserer Sicht ist Voi bestens positioniert, einer davon zu sein.” Voi sei einer der ersten Anbieter und habe bislang am schnellsten skaliert. Geschwindigkeit, Qualität in der Umsetzung und Nutzerwachstum seien beispiellos, so Sander weiter. “Außerdem schafft Voi es vorbildlich eine gute Beziehung zu den städtischen Behörden aufzubauen, indem sie voll auf den Dialog mit den jeweiligen Ansprechpartnern setzen und ihre Schritte stets abstimmen.”

Altinvestoren erneut mit an Bord

Überzeugt davon, dass Voi sich in Zukunft zu einem der Marktführer entwickeln wird, sind wohl auch die Altinvestoren, darunter  Vostok New Ventures, Balderton Capital, LocalGlobe und Raine Ventures, die erst im November des vergangenen Jahres 44 Millionen Euro in das Unternehmen rund um Gründer und Chef Fredrik Hjelm gesteckt hatten und die erneut mit an Bord sind.  An der Runde hatten sich auch namhafte Größen aus der Start-up-Szene beteiligt, darunter Justin Mateen, Co-Gründer von Tinder und Nicolas Brusson, CEO und Co-Gründer von BlaBlaCar.

Expansion nach Deutschland, Norwegen und Italien geplant

Aktuell ist Voi in mehreren Städten in Schweden, Dänemark, Spanien, Frankreich und Portugal am Start. Mit dem eingeworbenen Geld will das Start-up weiter expandieren, neben Deutschland stehen unter anderem Italien und Norwegen auf der Liste. Leicht wird das wohl nicht, denn die Konkurrenz steht parat: So konnte das Berliner E-Mobilitäts-Unternehmen Tier im Oktober 2018 27 Millionen Euro an Investorengeldern einsammeln, und auch aus den USA kommen erfolgreiche Wettbewerber: Die Anbieter Lime und Bird sind bereits in mehreren europäischen Metropolen vertreten, darunter Paris und Wien, und gelten als „Einhörner“ – haben also eine Bewertung von jeweils über eine Milliarde Dollar erreicht.

Warten auf die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung

In Deutschland konnten sie bisher allerdings alle nicht loslegen – sie warten auf den offiziellen Startschuss des Bundesverkehrsministeriums, dessen vor wenigen Tagen vorgelegte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (EKF) zunächst noch von der Europäischen Kommission und dem Bundesrat genehmigt werden muss. Darin vorgesehen ist beispielsweise, dass E-Scooter mit einer Geschwindigkeit von zwölf Stundenkilometern bereits von 12-Jährigen gefahren werden dürfen, die die Fahrzeuge dann auch auf dem Gehweg nutzen dürfen. Roller, die bis zu 20 Kilometer pro Stunde fahren können, sollen dagegen auf Radwegen bzw. Straßen unterwegs sein. Eine Helmpflicht soll es laut EKF nicht geben, eine über eine Plakette dokumentierte Versicherungspflicht hingegen schon.