Die Berliner arbeiten an Technik und Software für das Laden von E-Autos. Von drei großen Konzernen fließen jetzt 20 Millionen Euro an das Start-up.

Ein eigenes Ladekabel für das Auto, ein kompakter Ladepunkt für Laterne oder Hauswand: Das Berliner Start-up Ubitricity arbeitet seit 2008 an Hardware und Software, um die Infrastruktur für Elektroautos auszubauen. Drei große Industriekonzerne stecken jetzt 20 Millionen Euro in das Unternehmen: Der französische Energieversorger EDF sowie eine Beteiligungstochter von Siemens erhöhen ihre Anteile in der aktuellen Finanzierungsrunde.

Neu dabei ist zudem der japanische Autobauer Honda – der hatte in dieser Woche auf dem Genfer Autosalon angekündigt, ab 2025 nur noch elektronisch angetrieben Fahrzeuge in Europa auszuliefern. Über den Einstieg von Honda hatte das Portal Deutsche-Startups.de bereits Ende Januar berichtet.

Kabel im Kofferraum dabei

Ubitricity arbeitet – als einer von vielen Akteuren – an der Infrastruktur, die das Laden von E-Autos erleichtern will. Im Zentrum des Geschäftsmodells der Berliner mit ihren aktuell knapp 50 Mitarbeitern steht dabei ein mobiles Ladekabel, in das ein eigener Stromzähler integriert ist. Die Idee: Fahrzeugbesitzer können sich so leichter an mögliche Ladepunkten anhängen – und zu ihrem eigenen Stromtarif das Auto laden. In Kombination mit einer Abrechnungssoftware richtet sich das Start-up dabei auch an die Betreiber von Fuhrparks.

Parallel installiert das Unternehmen eigene Ladepunkte, die kostengünstiger als andere Ladesäulen sein sollen. Nach eigenen Angaben arbeitet Ubitricity auch im mit Bundesmitteln geförderten „Sofortprogramm Saubere Luft“ mit. In diesem Rahmen will das Start-up 3000 Ladepunkte in Berlin, Dortmund und Hamburg aufbauen. In der Hauptstadt ist Ubitricity schon seit einiger Zeit aktiv. „Wir stellen jetzt Ladepunkte direkt vor die Haustüren der Menschen – dort, wo heute Millionen Europäer ihr Fahrzeug parken, und zu einer Zeit, in der immer mehr Elektrofahrzeuge verkauft werden“, sagt Knut Hechtfischer, Mitgründer von Ubitricity in einer Pressemitteilung.

Rund um den Bereich der Ladeinfrastruktur bewegen sich viele Start-ups vorwärts. ChargeX etwa spezialisiert sich auf die Nachrüstung von Ladepunkten in und an Gebäuden – und überzeugte Anfang des Jahres Investoren. Chargery will den umgekehrten Weg gehen und Batterien zu geparkten Autos bringen. Das Interesse insbesondere der Energiebranche an solchen Ideen ist groß. Der finnische Versorger Fortum übernahm im vergangenen Jahr das Ladenetz von Plugsurfer – hinter dessen Konkurrent Hubject stehen unter anderem EnBW, Innogy und deutsche Autokonzerne.