Sicherheit von Daten in der vernetzten Industrie: Mit dem Thema sichert sich Ubirch nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate frisches Kapital.

Das Blockchain-Start-up Ubirch erhält in einer aktuellen Finanzierungsrunde einen einstelligen Millionenbetrag von Investoren. Die junge Firma mit Sitz in Köln und Berlin ist auf Wachstumskurs und will mit Hilfe des frischen Kapitals in erster Linie neue Kunden gewinnen, wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht. Als neuer Hauptinvestor steigt das Kölner Immobilienunternehmen Bauwens über seinen Investmentarm Bauwens Digital ein. Zudem beteiligt sich an der Finanzierungsrunde unter anderem die auf Versicherungen spezialisierte Schneider-Golling-Gruppe aus Düsseldorf.

Das 2014 gegründete Start-up arbeitet an Sicherheitslösungen für die vernetzte Industrie und das sogenannte Internet der Dinge („Internet of Things“, IoT). Konkret setzt Ubirch Verschlüsselungs- und Blockchain-Technologie ein, um sensible Daten zu schützen. Hinter der sogenannten Blockchain verbirgt sich eine Art virtuelles Register, das Informationen in Form von Datenpaketen entlang einer Kette speichert – und so Fälschungen verhindern soll.

Schutz für sensible Daten

Damit richten sich die Kölner an Unternehmenskunden aus Industrie, Logistik und der Versicherungs- sowie Energiebranche. Indem die Daten besser gesichert werden, will das Start-up seinen Kunden neue Geschäftsmodelle ermöglichen. „Cyber-Security ist eines der Top-Themen in der IoT-Branche“, lässt sich Ubirch-Geschäftsführer Stephan Noller in der Presseinformation zitieren. „Dass wir erneut namhafte Investoren gewinnen konnten, gibt uns starken Rückenwind.“

Offiziell gestartet ist Ubirch vor drei Jahren. Inzwischen ist die zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. Frisches Kapital erhielt die junge Firma zuletzt im vergangenen Juni. Investoren rechnen dem Start-up Potenzial aus, etablierte Konkurrenten aus dem Markt zu verdrängen: „Die überaus positive Geschäftsentwicklung belegt, dass sich der Datensicherheits-Ansatz des Unternehmens als zukunftsweisende Alternative zu den bestehenden Sicherheits-Produkten im IoT-Umfeld durchsetzen kann“, so die Einschätzung von Ralf Schneider, Vorstand bei Schneider Golling.

Versicherer erforschen Anwendungsmöglichkeiten

Insbesondere für die Versicherungsbranche verspricht die Blockchain-Technologie viele Chancen, weil sie unter anderem neue Arten von Verträgen ermöglicht. Um konkrete Anwendungen zu erproben, hat die Brancheninitiative B3i im vergangenen Jahr ein gemeinsames Start-up in der Schweiz gegründet.

Auch unter jungen Technologieunternehmen in der Finanzbranche steht das Thema hoch im Kurs. So fokussiert sich etwa das Frankfurter Start-up Agora Innovation auf Wertpapiere in Form von Security Token, die über die Blockchain laufen. Immerhin einen Investor konnte das Unternehmen damit überzeugen: Der halbstaatliche Frühphasenfinanzierer High-Tech Gründerfonds (HTGF) stellte dem Start-up 750.000 Euro zur Verfügung, wie im Februar bekannt wurde.