Bereuen Sie Ihre Entscheidung für Frank Thelen?

Nein, überhaupt nicht. Grundsätzlich bin ich kein Mensch, der im Nachhinein mit einer Entscheidung hadert. Natürlich wäre ein Investment ein toller Mehrwert für Try Foods gewesen, aber meine Produkte sind nicht so schnell skalierbar, weshalb auch ein nachhaltiges Wachstum, dass nicht gleich innerhalb einiger Monate explodiert, völlig okay.

Wer sind Ihre Kunden?

Eine Analyse der Käufer ergab, dass etwa zwei Drittel in Großstädten leben. Doch gleich ob vom Land oder aus dem urbanen Raum – alle haben gemeinsam, dass sie Wert darauf legen, dass ein Lebensmittel gut und fair produziert ist und sie beim Kochen und Essen ein gutes Gewissen haben können. Die meisten von ihnen haben allerdings keine Zeit, sich alleine im Geschäft durch das breite Angebot zu probieren, und an dieser Stelle komme ich ins Spiel: Ich sehe mich als eine Art Kurator, der für die Kunden eine Vorauswahl trifft und ihnen so den Zugang zum Genuss erleichtert.

Frank Thelen riet Ihnen während des Pitches, verstärkt auf den Aufbau einer Online-Marke zu setzen, Videos zu drehen, sich bei Instagram zu engagieren – haben Sie diese Idee bisher umgesetzt?

Ich stimme Frank Thelen grundsätzlich zu, aber ich sehe auch, dass so ein Vorgehen jede Menge Geld kostet. Noch betreibe ich Try Foods weiterhin fast vollständig alleine und werde erst abwarten, wie sich das Geschäft im Zuge der Ausstrahlung entwickelt. Ich bin darum bezüglich großer Ausgaben noch ein wenig vorsichtig und habe zunächst nur Geld in die Produktion neuer Sets gesteckt. 9000 habe ich auf Lager, das ist immerhin fast das Doppelte von dem, was ich im vergangenen Jahr verkauft habe.

Welche Pläne haben Sie für Try Foods?

Ich möchte mein Sortiment gerne ausweiten, mit einer besseren Lieferkette könnte ich mir beispielsweise vorstellen, auch Produkte anzubieten, die gekühlt werden müssen, wie Käse und Schinken. Spannend wäre auch, typische Erzeugnisse verschiedener Städte und Regionen anzubieten, so wie ich es jetzt schon mit meinem Berlin-Paket mache, das unter anderem Blutwurst, Honig und Berliner Weisse enthält.