Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen heute die Gründer von Tomorrow, Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt überzeugen. Sie bauen ein Kreditinstitut für das gute Gewissen. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Tomorrow ist eine Smartphone-Bank, bequem – und gut fürs Gewissen. Ein Großteil unserer Einnahmen, die wir über Gebühren und Finanzprodukte erwirtschaften, fließt in erneuerbare Energieprojekte oder ökologische Landwirtschaft. Der Kunde kann über unsere App erfahren, wofür seine Gebühren verwendet werden. Wir finanzieren keine Rüstungs- oder Atomindustrie, sondern nur Projekte, die gut für alle sind.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Jeder von uns verfügt bereits über Gründererfahrung mit Produkten, die auf Nachhaltigkeit setzen. Jakob hat zum Beispiel eine Limonadenmarke entwickelt, die einen Teil ihrer Einnahmen an Entwicklungsprojekte spendet. Wir verbinden diesen Ansatz nun mit moderner Technik und einer neuen Idee von Banking.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Es gibt ein kostenloses Basiskonto mit drei kostenlosen Abhebungen im Monat, jede weitere kostet zwei Euro. Für zehn Euro monatlich gibt es ein Premiumkonto mit mehr Leistungen. Außerdem entwickeln wir Sparprodukte und planen ein Kreditgeschäft.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …transparent und umweltschonend. Banking war lange genug eine Blackbox.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir zählen 15 Leute aus sechs Nationen. Beim Frauenanteil haben wir noch Luft nach oben, da sind wir erst bei einem Fünftel.

Was war euer größter Rückschlag?
Der Teamaufbau mit Experten aus der Tech- und IT-Branche war anfangs sehr schwierig.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Nachhaltigkeit ist dann keine Nische mehr, sondern Teil des Bankenwesens. Tomorrow ist eine umfassende Finanzplattform und international die führende Marke, wenn es um Banking und Nachhaltigkeit geht.

Fakten zum Start-up

Kunden: 1500. Mehrere Tausend stehen auf einer Warteliste
Förderung: Fundraising und Business Angel. Eine erste Finanzierungsrunde ist im Frühjahr 2019 geplant.
Gründung: 2017
Mitarbeiter: 15

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Mobile Banking und Payment ist aktuell ein Riesenthema. Die Kombination mit der Unterstützung von nachhaltigen Projekten wie bei Tomorrow finde ich super. Weiter so!“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds