Aber – unwissend oder wissend – kann diese Enttäuschung nicht auch schnell in Ablehnung umschlagen und so das Ansehen des Crowdinvestings als sinnvolle Geldanlage oder Investitionsplattform gefährden? Die Experten bezweifeln das. „Auf keinen Fall! Es hängt davon ab, inwiefern die Plattform Aufklärungsarbeit leisten“, sagt Dennis Brüntje, Medienwissenschaftler an der TU Illmenau und Gründungsmitglied des Gründerforums Ilmenau. Scheitern lege in der Natur der Sache, nicht jeder könne sich durchsetzen, das sei aber kein Problem des Crowdinvestings. „Das Problem ist der richtige Umgang damit“, so Brüntje. „Ich finde, Plattformen leisten einen guten Beitrag, um das Ganze transparent zu machen. Die Plattformen gehen offensiv in die Kommunikation und das ist entscheidend.“

Transparenz entscheidet über Ansehen

Laut Crowdfunding-Coach Gumpelmaier sei es wichtig, dass sowohl die Unternehmen als auch die Portale offen mit allen Beteiligten kommunizieren. „Dazu gehört auch die Information der Nicht-Investoren, also der breiten Masse an Interessenten, die sich auf Crowdinvesting-Plattformen tummeln“, sagt Gumpelmaier. „Gerade bei Tollabox wurde das meiner Meinung nach gut gemacht, indem unter anderem im Blog von Seedmatch mit einem der Gründer ein Interview zu den Ursachen geführt wurde. Diese Transparenz erwartet man sich grundsätzlich beim Crowdfunding und ich hoffe, dass dadurch auch bei künftigen Rückschlägen gerechnet werden kann.“

Das Image leide vor allem dann, wenn sich die Investoren nicht richtig informiert fühlen, sagt Professor Nicolai. „Dann schwindet das Vertrauen. Hier kommt es auch darauf an, wie gut es den einzelnen Plattformen gelingt, für Transparenz zu sorgen.“ Ist diese Transparenz vorhanden, sind sich die Experten einig, können Insolvenzen dem Image grundsätzlich nicht schaden – auch wenn sie im kommenden Jahr zahlreicher werden.