Das Start-up betreibt ein Vergleichsportal für Gewerbeversicherungen – setzt aber vor allem auf die Technik dahinter. Frisches Kapital soll jetzt auch beim Sprung ins Ausland helfen.

Ob Schreinerei oder Schreibwarenhandel: Auf dem Vergleichsportal Gewerbeversicherung24 finden sich Angebote für zahlreiche Branchen. Für das Start-up hinter dem Portal ist die Seite jedoch nur „unser eigenes Versuchslabor des digitalen Versicherungsvertriebs“, wie es auf der Homepage heißt. Im Fokus steht die Softwareplattform, die Versicherungen und Vertriebsorganisationen lizensieren können – um von der Risikoanalyse bis zur Police den gesamten Prozess digital abbilden zu können.

In diesem Sommer taufte sich das Start-up bereits um, um die Strategie auch Außenstehenden klar zu machen: Aus Gewerbeversicherung24 wurde Ende Juli Thinksurance. Jetzt sammelt das Insurtech Kapital für die nächsten Expansionsschritte ein. Wie WirtschaftsWoche Gründer vorab erfuhr, investiert der Risikokapitalgeber Eight Roads Ventures, der zum Investmentfonds Fidelity gehört, 13 Millionen Euro in Thinksurance.

Zu vorherigen Geldgebern gehört etwa das Portal Policen Direkt, der Versicherungsmakler Hoesch sowie die German Startups Group sowie Nikolai Dördrechter und Seriengründer Christian Vollmann.

Wachsen in der Heimat, experimentieren im Ausland

Bis Ende 2020 will das Frankfurter Start-up seine Belegschaft von heute etwa 50 Mitarbeitern mehr als verdoppeln. Gesucht werden aktuell unter anderem Datenanalysten und Vertriebsspezialisten. Die sollen noch mehr Makler und Vermittler von der Softwarelösung überzeugen. Nach eigenen Angaben arbeiten heute bereits 20.000 Branchenvertreter mit den Produkten des 2016 gegründeten Start-ups.

Mitgründer Florian Brokamp setzt zum einen auf schnelleres Wachstum im Heimatmarkt, zum anderen auf eine internationale Expansion. Dabei soll auch Neu-Gesellschafter Eight Roads Ventures mit seinem Netzwerk eine entscheidende Rolle spielen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Komplexes Projekt Internationalisierung

Denn der digitalisierte Versicherungsmarkt bietet weltweit zwar große Marktchancen, ist jedoch streng reguliert: „Herausfordernd ist jedoch weiterhin, dass sich die Versicherungsprojekte von Land zu Land unterscheiden“, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. „Außerdem müssen wir je nach Land Makler, digitale Geschäftsmodelle und Banken davon überzeugen, mit uns zu arbeiten“.

Man könne zwar mit „überschaubarem Aufwand“ den digitalen Marktplatz zur Verfügung stellen. „Dieser muss dann jedoch noch in Sachen Angebot und Nachfrage entwickelt werden“, heißt es von dem Start-up. Wann es genau ins Ausland gehen soll – und vor allem wohin – ist daher nach Angaben von Thinksurance noch nicht beschlossen. Aktuell befinde man sich jedoch bereits in Gesprächen mit bestehenden Kunden, die weltweit aktiv sind: „Wichtig ist neben der Größe des Markts die Überschneidung von Versicherungspartnern sowie der Vertriebswegemix.“