Wie umkämpft der Markt ist, zeigt sich auch an den Zahlen der Testbirds-Konkurrenten. Das Start-up Test IO nahm fünf Millionen US-Dollar ein und verkündete den Sprung in die USA, die Berliner von Testhub wurden 2014 vom Konkurrenten Utest aus den Vereinigten Staaten übernommen.

Angst macht Testbirds die Konkurrenz nicht. „Crowdtesting ist kein ‚The winner takes it all‘-Markt“, sagt B-to-v-Manager Kronberger. Auf große Marketingkampagnen, wie sie in anderen Segmenten der Start-up-Branche üblich sind, verzichtet das Münchner Unternehmen deshalb. „Wir sind keine Freunde davon, x-Millionen für Marketing auszugeben“, so Benkler. Ein Teil des Budgets wird aber trotzdem darauf verwendet: Googelt man den Begriff „Crowdtesting“, so kommen gleich drei Anzeigen von Start-ups – von Applause, Test IO und auch Testbirds.

Kein Börsengang, aber ein Exit

Der Markt des Crowdsourcings, bei dem viele Nutzer ein Problem lösen, ist nicht ganz unumstritten. Weil die Tester gewöhnlich nicht fest angestellt werden, droht die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit. „Für manche Crowdsourcing-Modelle ist die Kritik gültig“, sagt Benkler, „für andere nicht.“

Die meisten Tester nutzten Testbirds als Nebenverdienst, so der Gründer. Seinen Zahlen zufolge arbeiten 40 Prozent der freien Mitarbeiter gleichzeitig in einer Festanstellung, 30 Prozent seien Studenten und nur acht Prozent Freiberufler, die ausschließlich von dieser Arbeit leben. Um mehr Transparenz zu schaffen, arbeite Testbirds mit Verdi und der IG Metall zusammen und habe sich selbst einen „Code of Conduct“ verschrieben, sagt Benkler.

Für die Investoren geht es nun aber erst einmal um andere Zahlen. „Wir erhoffen uns, europäischer Marktführer zu werden“, sagt Kronberger. Strascheg geht sogar noch ein paar Schritte weiter. „In drei oder vier Jahren können wir uns einen Exit vorstellen“, so der Extorel-Gesellschafter. Einen Börsengang sieht er bei Testbirds jedoch nicht. „Ein IPO ist ein seltsamer Vogel“, sagt Strascheg. Der strategische Verkauf sei immer noch die Regel.