Zusammen studiert haben auch Christian Hoya und Stephan Linden, die Gründer von Wine in Black, einem Online-Shop für Qualitätsweine. Beide kommen aus der Umgebung von Dortmund und besuchten in Vallendar bei Koblenz die Privathochschule WHU. Eine Kaderschmiede, an der auch Rocket-Internet-Gründer Oliver Samwer studiert hat.

„Gemeinsam ein Unternehmen zu gründen und hochzuziehen, schweißt zusammen“, erzählen Hoya und Linden im Gespräch mit Wirtschaftswoche Gründer. „Ich kann mich erinnern, dass anfangs einmal eine komplette Weinlieferung den Transport nicht überstanden hatte – da hatten wir ein echtes Problem. Aber zu zweit lassen sich solche Probleme eben leichter lösen. Einer hat immer eine gute Lösung parat“, sagt Linden.

Zusammengefasst ist genau das der Grundgedanke eines Teams: Probleme gemeinsam angehen, einer der zwei oder drei Gründer wird das schon machen. Wichtig für Hoya und und ihn war ebenso das gegenseitige Vertrauen: „Die gleiche Wellenlänge haben“, „Erfolge feiern“, „Misserfolge gemeinsam tragen“ – Argumente, die für die Wahl-Berliner für eine Teamgründung sprechen.

Wenn sich die Freundschaft ins Geschäftliche verlagert

Ob sie noch genauso befreundet sind wie vor der Gründung? Nein! Wenn man jeden Tag acht bis zwölf Stunden im Büro verbringt, geht man eben nicht jeden Abend noch zusammen zum Sport oder fährt gemeinsam in den Urlaub. Linden: „Die Freundschaft verlagert sich vom Privaten ins Geschäftliche.“ Darüber sollten sich befreundete Gründer vorher im Klaren sein.

So zumindest klingt es von der unternehmerischen Seite. Bernd Vonhoff vom Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen blickt aus einer anderen Perspektive auf das Thema. Ob man frühzeitig erkennen könnte, dass eine Gründung womöglich nicht funktioniert? Ja, und zwar wenn man „das Glück hat, dass das Geschäft am Anfang nicht gleich so gut läuft“, sagt Vonhoff. Wie stabil eine Beziehung sei, zeige sich immer erst in schwierigen Zeiten oder gar in einer Krise.