Das Spin-off der RWTH Aachen entwickelt eine Software, die Steuerberatern die Recherche in juristischen Dokumenten erleichtern soll.

Ausgegründet aus der RWTH Aachen, will Taxy.io Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Mitarbeiter in Finanzabteilungen von Unternehmen den Arbeitsalltag erleichtern. Das Start-up arbeitet an einer Software für die Recherche in Fachliteratur wie Gesetzen, Urteilen und Verwaltungsvorschriften. Zudem sollen Steuerberater automatisch informiert werden, wenn für ihre Mandanten relevanten Themen in der Rechtsliteratur auftauchen – etwa zu Gesetzesänderungen.

Für die Weiterentwicklung der Software und die Vergrößerung des Teams haben die Gründer Daniel Kirch, Sven Peper, Steffen Kirchhoff und Sven Weber nun Geld von Investoren bekommen. Angeführt wurde die nicht näher spezifizierte „siebenstellige Finanzierungsrunde“ vom Seed Fonds III für die Region Aachen und Mönchengladbach. Das teilte der regionale Gründerfonds, der zur NRW.Bank gehört, heute mit. Beteiligt waren demnach auch die Förderbank selbst sowie mehrere Business Angels. Taxy.io wurde bisher unter anderem durch das Exit-Gründerstipendium unterstützt.

Maschinen, die Texte verstehen

Das Aachener Start-up beansprucht für sich, nicht einfach nur eine Meta-Suchmaschine zu bauen, in der man Stichworten suchen kann. Vielmehr soll die Software den Kontext von Anfragen verstehen – und so die wirklich relevanten Ergebnisse identifizieren können. Dazu setzt das Start-up auf Natural Language Processing (NLP). Dieses Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) umfasst Technologien, mit denen Computer natürliche Sprache verstehen sollen.

Wie Taxy.io-CFO Daniel Kirch im Oktober in einem Gastbeitrag auf dem Portal Steuerköpfe erläuterte, ist es etwa wichtig, dass die Algorithmen erkennen, ob eine Zahl sich auf eine Frist bezieht – oder einfach nur die Seitennummer des Dokuments ist. Ein weiteres Beispiel: Die Software muss verlässlich erkennen, wenn in Paragrafen eine Ausnahme angeführt wird, obwohl diese mit unterschiedlichen Formulierungen eingeleitet werden kann. Durch maschinelles Lernen soll die Software durch Trainings immer besser werden.

Erklärtes Ziel des Start-ups ist es, einen „zentralen Informationshub für digitale steuerrechtliche Intelligenz zu schaffen“. Die Software soll aber auch in die Anwendungen von Drittanbietern integriert werden. An einer ähnlichen Technologie arbeitet Rfrnz aus München. Das Start-up, das ebenfalls gerade Wagniskapital bekommen hat, zielt dabei auf Rechtsanwälte und Unternehmensjuristen. Die sollen dank der KI-Software Verträge schneller prüfen können. Semalytix aus Bielefeld wiederum nutzt NLP-Algorithmen, um Dokumente für Pharmafirmen zu analysieren.