Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Superseven, Katja und Sven Seevers, an. Sie entwickeln kompostierbare Folien. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir entwickeln Verpackungen jeder Größe aus nachwachsenden Rohstoffen. Die werden nach dem Gebrauch nicht weggeworfen, sondern kompostiert. So werden sie wieder zu Rohstoffen für neue Verpackungen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Sven hat 15 Jahre in einer Designeragentur Kosmetikdosen, Bierkisten und Strandkörbe entwickelt. Lange hat er sich keine Gedanken gemacht, was aus den Sachen wird, wenn sie niemand mehr braucht. Aber als er eine große Dose für Schmuck entwickeln sollte, die nach dem Auspacken nur noch ein Kilogramm Sondermüll war, wollte er etwas ändern. Unsere Verpackungen jetzt sind schadstofffrei und lassen sich problemlos entsorgen, da die Stoffe wiederverwertbar sind.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Hauptsächlich verdienen wir an dem Verkauf der Verpackungen. Darüber hinaus beraten wir auch  Unternehmen und entwickeln mit ihnen Konzepte, wie sie etwa Schokolade oder Parfüm plastikfrei  verkaufen können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Konsequent wie beim Bioanbauverband Demeter.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Vielfalt ist unser bestes Gewürz für alles, was wir haben. Die Frauenquote von 50 Prozent erfüllen wir  schon im Vorstand: ein Teil männlich, ein Teil weiblich. Unsere Mitarbeiter haben ihre Wurzeln in Polen, Italien und dem Libanon.

Was war euer größter Rückschlag?
Ganz klar: Die Anmeldung unserer Marke „repaq“. Da es 25 Millionen Marken in Europa gibt, haben wir den Namen erst nach einem Dreivierteljahr im dritten Anlauf eintragen lassen können. Vorher hatten wir es mit „isipaq“ und „leaveme“ probiert – ohne Erfolg.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann führen wir das Geschäft mit plastik- und schadstofffreien Verpackungen in Europa an.

Fakten zum Start-up:

Kunden: 30 in Europa
Förderung: 200.000 Euro, private Investition und Wagniskapital
Gründung: März 2017 in Hamburg
Mitarbeiter: vier Festangestellte und zwei freie Mitarbeiter

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Die Idee ist toll, der Zeitpunkt gut und der Markt groß. Trotzdem wird es ein steiniger Weg,  langfristig gegen starke, auch international tätige Wettbewerber bestehen und wachsen zu können“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover

Ihr seid ein erfolgreiches Start-up?
Bewerbt euch über innovation@wiwo.de.