Auf einem kleinen Festival in Westfalen startete Wendzich mit ihrem Vater einen Versuch. Von 1000 Campern lud jeder dritte das Handy an der Solaranlage. Dabei waren die beiden Gründer zu diesem Zeitpunkt gar noch nicht richtig organisiert. Es gab viele Anschlüsse und Kabel, einen Tisch, auf dem die Handys verteilt waren, aber noch kein Rückgabesystem. Trotzdem: Noch im gleichen Jahr fuhren sie auf mehrere andere Festivals.

Aus der Idee entstand ein Unternehmen. Name: Suncrafter. Lisa Wendzich ist für die Organisation und den Auftritt auf Festivals zuständig, ihr Vater für die technische Umsetzung. In diesem Jahr waren sie etwa auf einem Dutzend Festvials vertreten. Im Sommer brummt das Geschäft.

Allerdings ist die Saison kurz. Die Anfragen von Festivalveranstaltern drängen sich auf wenige Wochenenden. In der Zeit von September bis April mieten Privatleute für Hochzeiten und Veranstaltungen gelegentlich den Wagen. Trotzdem ist Lisa Wendzich bewusst, dass ihr grünes Unternehmen vorerst ein Abenteuer für den Sommer bleibt.

„Drei Euro? Ganz schön viel“

Eines der Festivals, das sie ansteuert, ist das „Open Source” in Düsseldorf. Die Musikrichtung – Indie, Alternative – passt schon mal. „Das sind eher Leute, die auf ihr Handy wert legen”, sagt Wendzich. Das Festival dauert nur einen Tag, man könnte meinen, die Akkus seien noch voll.

Aber nicht nur Handys brauchen Strom.

Ein älterer Herr bleibt am Tresen stehen, etwas misstrauisch. Er will Strom für seine Spiegelreflexkamera. „Geht das denn?“, fragt er. Wendzich schaut auf den Anschluss. Mikro-USB. Dafür haben sie viele Kabel. Sie nimmt die Spiegelreflex, legt sie in das Regal und kassiert. Drei Euro. Der Mann grummelt. „Drei Euro? Ganz schön viel.” Die Jungunternehmerin holt aus. Seine Kamera wird mit Sonnenenergie geladen, „Sie können also ein gutes Gewissen haben.” Der Kunde sieht das nicht so recht ein. Wieso soll gerade Sonnenenergie so teuer sein?