Das deutsch-britische Fintech will sein starkes Wachstum weiter beschleunigen – und nimmt dafür wieder rote Zahlen in Kauf.

Mehr als 1,5 Millionen Geschäftskunden in acht Jahren: Über mangelndes Wachstum konnte sich SumUp bisher nicht beklagen. Doch nun will das Fintech mit Hauptsitz in London bei der Expansion noch einmal einen Gang hochschalten: Beim Jahresumsatz ist ein Plus von 120 Prozent geplant, bis Ende des kommenden Jahres soll das aktuell schon über 1.500 Mitarbeiter große Team verdoppelt werden.

Wie das 2011 von fünf Deutschen gegründete Unternehmen heute mitteilte, hat es für die ambitionierten Wachstumsziele nun neue Geldgeber gefunden. Satte 330 Millionen Euro kommen von der US-Bank Goldman Sachs, dem Finanzinvestor Bain Capital sowie den Investmentfirmen HPS Investment Partners und TPG Sixth Street Partners. Das Geld werde in den Ausbau der Kundenbasis und die Entwicklung neuer Produkte fließen, erklärte SumUp-Mitgründer Marc-Alexander Christ.

Das Start-up ist spezialisiert auf mobile Kartenlesegeräte für bargeldloses Bezahlen. Zielgruppe sind kleine Händler, Gastronomiebetriebe und Taxiunternehmen, für die sich die Anschaffung herkömmlicher Bezahlterminals nicht lohnt. Vor drei Jahren hatte SumUp den von Rocket Internet lancierten Konkurrenten Payeleven übernommen. Zu den größten Wettbewerbern gehören aktuell das schwedische Unternehmen iZettle, das seit einem Jahr zum Bezahldienstleister Paypal gehört, und Square aus den USA.

Erweiterung des Portfolios

SumUp gibt an, aktuell in 31 Ländern vertreten zu sein und peilt in diesem Jahr einen Umsatz von 200 Millionen Euro an. Berlin gehört zu den größten der weltweit 15 Standorte. Im September 2016 hatte das Start-up mitgeteilt, profitabel zu sein – im vergangenen Jahr schrieb die Firma aber wieder rote Zahlen, wie Christ dem Handelsblatt bestätigte. Man habe sich entschieden, mehr Geld in Marketing zu investieren.

Das Unternehmen versucht zudem, sich breiter aufzustellen. Erst im Februar hat sich SumUp mit Shoplo einen in Warschau ansässigen Softwareanbieter für Online-Shops einverleibt. Zuvor übernahm das Fintech bereits Debitoor – ein dänisches Unternehmen, das eine Rechnungssoftware für Kleinunternehmer und Freiberufler anbietet. Strategisches Ziel sei es, „die zentrale Anlaufstelle für Händler jeder Größe zu werden“, teilte SumUp damals mit.