Klappt es mit einem baldigen Studienbeginn nicht, hätte das auch massive Folgen für Studimed. „Wir wären mit Sicherheit insolvent“, sagt Loll. Die Investoren sind ohnehin schon sauer: Ende des Jahres hätten sie laut Plan des Gründers zum ersten Mal von ihrem Investment profitiert. „Nun brauchen wir wohl ohnehin noch mal neues Geld.“

Dass Studimed nicht insolvent ist, liegt auch daran, dass das Unternehmen weiterhin Studienplätze in Osteuropa vermittelt – alleine 150 in diesem Jahr, vor allem nach Bulgarien, aber auch nach Rumänien, Litauen und nach Kroatien. Und das mit einer hohen Erfolgsquote, sagt Loll. „Wir versuchen die beste Universität für den Bewerber zu finden und bislang wurden unsere Studierenden kaum abgelehnt.“ Dieses Jahr habe es lediglich Schwierigkeiten in Breslau gegeben: Die Universität habe schlicht zu viele Bewerber zugelassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kölner Start-up mit Problemen zu kämpfen hat. Vergangenes Jahr erhielt Studimed angeblich wochenlang keine Post, so auch keine Bewerbungsunterlagen mehr, und sah sich in seiner Existenz bedroht. Damals wollte Loll per einstweiliger Verfügung die Herausgabe liegengebliebener Postsendungen erzwingen. Das Gerichtsverfahren haben Loll und sein Team damals verloren – auf den Mehrkosten, die durch den Versand der Post mit anderen Anbietern entstanden sind, blieb das Start-up sitzen.