Eine Umfrage zeigt: Gründer und Tech-Unternehmer blicken selbstbewusst in die Zukunft. Doch einige Sorgen treiben auch sie um.

Die Party ist vorbei – aber die westliche Tech-Branche sieht genug Gründe, um weiterzufeiern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter mehr als 1000 Gründern und Top-Managern von Technologiefirmen in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Befragung wurde von der Hotelsuchmaschine Trivago in Auftrag gegeben.

Etwa vier Fünftel der Befragten gehen davon aus, dass die europäische und die amerikanische Wirtschaft in den kommenden zwei Jahren in eine Rezession oder längerfristigen Abschwung rutscht. Gleichzeitig sind jedoch 61 Prozent der Befragten sehr zuversichtlich, dass ihr eigenes Unternehmen gut aufgestellt ist.

Selbstbewusstsein bei Start-ups

Dieser Gegensatz spricht für ein großes Selbstbewusstsein der Tech-Branche. Sehr ähnliche Ergebnisse hatte der deutsche Start-up-Monitor im vergangenen November gezeigt. Auch hier rechneten zwei Drittel der befragten Jung-Unternehmen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten verbessern würde. Parallel lag der Geschäftsklimaindex unter den Start-ups deutlich höher als für die Gesamtwirtschaft. Viele junge deutsche Tech-Firmen hoffen vor allem darauf, dass ihre B2B-Lösungen bei den Geschäftskunden für mehr Effizienz sorgen – und so gerade in einem Abschwung gefragt sind.

Ganz ohne Sorgen blicken die Tech-Firmen in der aktuellen Studie jedoch nicht in die Zukunft. Mehr als jede zweite Firma fürchtet, nicht genug neue Mitarbeiter einstellen zu können. Die Konkurrenz insbesondere um Entwickler und Datenspezialisten ist global groß – die steigenden Gehälter sind insbesondere für junge und schwach finanzierte Start-ups kaum zu stemmen.

Furcht vor Vorschriften

Interessant jedoch: Die Sorgen unterscheiden sich in den verschiedenen Weltregionen. In den USA fürchten etwa fast drei Viertel der befragten Tech-Gründer eine strengere Regulierung. Auch in Deutschland ist die Sorge vor staatlichen Vorschriften vergleichsweise hoch. Für viel Aufregung sorgte in dieser Woche etwa der Vorschlag der Berliner Landes-SPD, bei der Vergabe von Fördermitteln an Start-ups stärker auf Arbeitnehmerstandards wie Mindestlohn oder Betriebsrat zu schauen.

Ähnlich hoch – ohne exakte Werte offenzulegen – ist laut der Umfrage jedoch die Sorge deutscher Tech-Firmen vor dem Abfangen von Daten. Hierzu zählt etwa die Furcht vor der aktuell grassierenden Schadsoftware Emotet.