Zugewanderte leisten einen wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Die neusten Zahlen allerdings lassen Experten aufhorchen.

Was haben die Gründer von Google, Tesla oder eBay gemeinsam – abgesehen von der Tatsache, dass sie weltweit erfolgreiche Unternehmen gestartet haben? Sie alle sind nicht in den USA geboren: Sergey Mikhaylovich Brin kam in Moskau zur Welt, Elon Musk stammt aus Südafrika, Pierre Morad Omidyars Geburtsort ist Paris.

Wie viel Zugewanderte für die Gründungsszene ihrer Wahlheimat zu leisten im Stande sind, zeigen diese drei Beispiele auf beeindruckende Art und Weise. Und sie sind ein Beweis für ein interessantes Phänomen: Dass die Gründungsneigung von Migranten Studien zufolge häufig höher ist als die der einheimischen Bevölkerung, weil die eigene unternehmerische Tätigkeit den Neuankömmlingen Aussicht auf ökonomischen Erfolg, Anerkennung und somit Integration bietet. Das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für Deutschland. So fand die Universität Mannheim beispielsweise im Jahr 2017 heraus, dass Migrantinnen und Migranten besonders innovativ gründen.

2018 war die Gründungsrate auf dem niedrigsten Niveau

Diesen Trend hat jetzt auch der Global Entrepreneurship Monitor (GEM), der die Gründungsaktivität in mehr als 50 weiteren Ländern vergleicht, erneut bestätigt: „Betrachtet man das Gründungsgeschehen im internationalen Vergleich, so fällt auf, dass die Gründungsaktivitäten in Ländern, die eine gelebte Einwanderungskultur aufweisen, überdurchschnittlich hoch sind.” Auch in Deutschland zeige sich der positive Einfluss von Migranten auf das Gründungsgeschehen. Vor allem polnisch -und türkischstämmige  Menschen zeigten eine hohe Gründungsbereitschaft, darunter auch viele Frauen.

So weit, so gut, könnte man jetzt denken, allerdings sehen die Macher der Studie auch einen Wermutstropfen und der liegt im Detail verborgen: Seit 2010 sei die Gründungsquote unter Zugewanderten noch nie so niedrig gewesen wie im vergangenen Jahr. Worin dieser Rückgang allerdings begründet sei, können sie nicht eindeutig sagen – und sind darum zurückhaltend was Interpretationen angeht: „Er kann Effekt der günstigen Konjunktur sein, andererseits aber auch ein Warnsignal”, heißt es.

Was genau also hinter der Entwicklung steckt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, fest stehe aber, dass man die Zahlen ganz genau im Blick behalten werde, denn ohne Gründungen durch Menschen aus dem Ausland könne das gesamte Gründungsniveau in Deutschland weiter sinken.