Wolfgang Wawro empfiehlt Freiberuflern und Selbstständigen gelegentlich allerdings trotzdem, eine Bilanz zu erstellen. „Viele Klienten schauen mich mit großen Augen an, wenn ich das sage“, erzählt er. Doch er hat einen Grund dafür: „Die Werthaltigkeit ist bei einer Bilanz höher.“ Anders als bei einer reinen Steuererklärung sehe der Gründer dadurch nicht nur die Einnahmen und Ausgaben, die er über das Jahr getätigt hat, sondern bekomme einen Überblick darüber, wie sein Unternehmen tatsächlich dasteht. So muss in einer Bilanz beispielsweise auch das Eigenkapital ausgewiesen werden sowie Passiva und Aktiva, also woher die Geldbeträge kommen und wohin sie fließen. Zudem könne der Selbstständige kleine Gewinne anfangs günstiger versteuern.

Schon zu Beginn des Unternehmertums müssen sich einige Gründer auch mit der Buchführung auseinandersetzen. Dazu ist jeder Gewerbetreibende oder Kaufmann verpflichtet. Lediglich Einzelkaufleute sind davon teilweise ausgenommen, wenn ihr Gewinn und Umsatz bestimmte Schwellen nicht überschreitet. Deshalb sollte sich der Gründer früh einen Ordner mit allen Rechnungen und Schreiben anlegen, die mit seinem Unternehmen zusammenhängen. Es ist auch eine langfristige zeitliche Investition: Laut gesetzlicher Aufbewahrungsfrist muss der Gewerbetreibende seine Unterlagen bis zu zehn Jahre lang archivieren.

Auch für Selbstständige und Start-ups, die kein Gewerbe betreiben, kann die Steuererklärung so deutlich vereinfacht werden – nämlich dadurch, dass der Gründer Zahlungsbelege für Geschäftsessen oder die Rechnung für den neuen Computer nicht am 31. Mai noch suchen muss.