Konkret bringt Startmark Anleihen auf den Markt mit einer Laufzeit von 15 Jahren. „Wir haben uns für das Modell der Schuldverschreibungen entschieden, weil es regulatorisch der einfachere Weg war. Damit hatte sich die Bafin schon beschäftigt“, so Geschäftsführer Heine, der selbst als Business Angel in Start-ups investiert. Hauptmotivation für die Bewerbung um eine Bafin-Lizenz sei gewesen, den Anlegern Rechtssicherheit zu bieten.

Eine Hürde für Anleger ist aber noch nicht beseitigt: Voraussetzung für ein Investment über Startmark ist derzeit eine Krypto-Geldbörse, ein sogenanntes Wallet. Anleger müssen demnach einen Umweg gehen und Euro zunächst in virtuelle Währung umtauschen, was Wechselkursrisiken birgt. Auszahlungen der Gewinnansprüche und Rückzahlung der tokenbasierten Schuldverschreibungen erfolgen während der Laufzeit laut Wertpapierprospekt ausschließlich in der Krypto-Währung Ether. Ab dem Sommer kommenden Jahres rechnet Startmark damit, dass die Anleihen über Börsenplätze handelbar werden – damit könnten Anleger vor Ende der Laufzeit jederzeit verkaufen und damit aus dem Kreis der Investoren aussteigen.

Suche nach Kooperationen

Damit die Token künftig auch mit Euro gekauft werden können, sucht das Fintech derzeit nach Partnerschaften mit Zahlungsdienstleistern. „Die Bafin-Lizenz ermöglicht uns überhaupt erst, Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern aufzubauen. Denn die Rechtsabteilungen nehmen nur unter dieser Voraussetzung Gespräche auf“, sagt Heine. „Alle sind noch verschreckt, weil sich mit dem Finanzierungsmodell der sogenannten ICOs so viele die Finger verbrannt haben.“

Auf der Suche nach erfolgreichen Start-up-Deals richtet Startmark den Blick auf den Heimatmarkt: „Wir wollen eine Finanzierungsmöglichkeit bereitstellen, die sich anfangs nur an Start-ups aus Deutschland richtet. Allein im Ruhrgebiet sehen wir bereits enormes Potenzial“, sagt der Geschäftsführer. Hintergrund sei, dass die Unternehmen für die Analysten von Startmark erreichbar sein müssten. Denn strategisch positioniert sich das Düsseldorfer Fintech als Wagniskapitalgeber mit Coaching-Anspruch, wie Heine betont: „Als Investoren wollen wir die Start-ups nicht nur für einen gewissen Zeitraum überfliegen, sondern tiefer einsteigen. Egal, wie ausführlich wir die Deals auswählen, die Gründer danach inhaltlich zu begleiten, halten wir immer für erfolgsentscheidend.“

Vorreiter auf dem Gebiet der STOs ist das Berliner Start-up Bitbond, das im März die erste deutsche Anleihe in der Blockchain ausgab.