Mehr als 30 Millionen Kleintiere leben in deutschen Haushalten; die meisten davon Katzen mit knapp zwölf Millionen und gefolgt von 6,8 Millionen Hunden. Laut dem Statistik-Portal Statista wächst der Umsatz von Bedarfsartikeln für die geliebten Vierbeiner seit Jahren stetig: auf über vier Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Drei Milliarden Euro davon gaben die Deutschen 2014 für Kleintierfutter aus. „Der Markt ist riesig“, bestätigt auch Professor Jürgen Zentek, Direktor des Instituts für Tierernährung an der Freien Universität Berlin.

Neben kleinen Firmen wie Omas Hundekekse tummeln sich dort zahlreiche groβe. Die Ratgeber und Informationsplattformen zu alternativen Futterkonzepten sind schon bei einer oberflächlichen Internetsuche schwer zu überschauen. Beispielsweise auf Rohfleischfütterung, kurz barfen, setzen Hundebesitzer, die den Zutaten im Fertigfutter nicht trauen. Sie fürchten für ihren Hund, was im Vergleichssegment bei Herrchen und Frauchen etwa als Pferdefleischlasagne für Skandale sorgt: Billig ist nicht immer gleich gut.

Zentek relativiert: „Ernährungsphysiologisch ist der Hund sehr anpassungsfähig. Aber der Halter möchte bei der Ernährung aktiv werden, es ist auch eine Form der Kontaktaufnahme.“ Bei einem billigen Futter seien die einzelnen Komponenten zwar weniger hochwertig, aber Energie- und Nährstoffbedarf des Hundes müssten sie trotzdem decken. „Und das tun in der Regel auch die billigen Futter, die als Alleinfuttermittel verkauft werden“, sagt Zentek. Für die Kontrolle ist in Deutschland die amtliche Futtermittelüberwachung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zuständig – auch Omas Hundekekse haben diesen Test bestanden.

Start-ups entdecken Tierliebe als Geschäft

Thomas Cremer hat sich mittlerweile als Berater für Hundeernährung spezialisiert und sich mit seinen Kenntnissen beruflich umorientiert: weg vom Marketing hin zum Ernährungsberater. „Sie glauben ja gar nicht, was alles in Hundefutter verwertet wird. Man muss einfach mal das Etikett lesen und sich das bewusst machen“, sagt er. „Den Herstellern kann man keinen Vorwurf machen, die geben an, was sie verwerten.“