Ein Online-Shop für Dessous wurde zum Löwen-Magnet: Warum die Gründerinnen von SugarShape trotz des geplatzten Deals zufrieden sind. 

In der gestrigen Ausgabe der Höhle der Löwen sorgten Sabrina Schönborn und Laura Gollers, Schwestern und Gründerinnen des Hamburger Dessous Online-Shops SugarShape, für reichlich Aufregung. Zunächst mit ihren leicht bekleideten Models, dann mit ihrer eigenen Unentschlossenheit: Sollten sie das Angebot von Judith Williams und Frank Thelen annehmen? Im Interview erzählt Sabrina Schönborn, wie sie den Pitch erlebt haben, warum es zu ihrer Zögerlichkeit kam und warum sie rückblickend trotz des geplatzten Deals sehr zufrieden mit der Entwicklung sind.

Frau Schönborn, Sie haben es geschafft und die Löwen von ihrem Start-up überzeugt. Hand aufs Herz – wie sehr haben Sie im Vorfeld daran geglaubt, dass Sie die geforderte Summe von 500.000 Euro bekommen?
Da in der „Höhle der Löwen“ noch nie ein Deal in dieser Höhe zustande gekommen war, nahmen wir an, dass es nicht einfach werden wird, die Löwen zu überzeugen. Deshalb haben wir uns gut vorbereitet, um auf jede Frage eine Antwort parat zu haben. Nach der Show konnten wir kaum fassen, was da gerade passiert war.

Judith Williams und Frank Thelen haben gemeinsam investiert. Waren die beiden Ihre Wunsch-Löwen?
Wir haben schon vor der Show gesagt, dass uns Judith Williams als Investorin besonders interessieren würde, weil wir bisher nur männliche Investoren haben und Judith eine absolute Expertin ist, wenn es darum geht, was Frauen kaufen wollen. Auch Frank Thelen war von Anfang an wegen seines Online-Knowhows sehr spannend für uns. Die beiden passten aus der Runde wirklich am besten zu SugarShape.

Ralf Dümmel merkte aber an, dass Sie Ihr Start-up zu hoch bewertet hätten. Haben Sie die Kritik nachvollziehen können?
Wir finden nicht, dass wir unsere Unternehmensbewertung zu hoch angesetzt haben, und selbst Frank Thelen hat bei der Aufzeichnung gesagt, dass die Bewertung im Prinzip ok sei. Aber wenn ein Investor viel mehr einbringt als reines Kapital ist es auch gerechtfertigt, dass er dafür mehr Anteile verlangt. Judith und Frank haben uns in der Show zugesagt, was sie konkret für ihre Anteile leisten wollen und haben uns so überzeugt, den Deal anzunehmen.

Erst wollten Sie den Anteil der Investoren auf 15 Prozent minimieren und als diese ablehnten, haben Sie sich zur Beratung unter vier Augen zurückgezogen – war das ein taktisches Manöver oder haben Sie tatsächlich überlegt, das Angebot abzulehnen?
Tatsächlich haben wir uns während der Aufzeichnung zwei Mal zurückgezogen, um Kriegsrat zu halten – und das vor allem mit unseren Blicken. Als Schwestern brauchen wir nicht viele Worte, um uns zu verständigen. Bis zum Schluss haben wir das Angebot abgewogen. Positiv empfanden wir auch, dass die beiden Löwen uns dabei nicht unter Druck gesetzt, sondern uns die Zeit gelassen haben, die wir zur Entscheidung brauchten. Außerdem haben sie während der Verhandlung auch selbst Zugeständnisse gemacht, so dass wir uns eine faire Partnerschaft mit Judith und Frank gut vorstellen konnten.

Die beiden wollen sich auch persönlich für SugarShape einsetzen. Wie sieht die Zusammenarbeit momentan aus? 
Nach Aufzeichnung der Show standen wir in intensivem Austausch mit beiden Löwen. Mit Judith haben wir beispielsweise an neuen Produktideen und mit Frank an unserer Online-Strategie gearbeitet. Zwar ist am Ende der Deal aus der Show so nicht zustande gekommen – aber es gibt bereits Ideen für eine zukünftige Kooperation. Wir freuen uns jedoch, dass wir für den weiteren Ausbau unserer „VIB Box“ bereits einen anderen Investor gewinnen konnten – wer es ist und wie hoch die Summe ist, dürfen wir allerdings an dieser Stelle leider noch nicht verraten.

In der Sendung haben Sie erklärt, dass Sie mit dem Geld der Löwen international expandieren möchten. Wie weit sind diese Pläne bereits vorangeschritten?
Unser Plan ist es, bis Anfang des nächsten Jahres den Versand ins europäische Ausland zu ermöglichen und eine englischsprachige Seite zu starten, da wir immer mehr Anfragen aus dem Ausland erhalten. Aber auch der deutschsprachige Markt birgt noch großes Potenzial für uns, und wir sind schon gespannt, wie viele neue Kundinnen wir durch die TV-Show gewinnen können.