Das Münchener Start-up verspricht unter anderem einen digitalen Bestellprozess für Potenzmittel. Die Vorbilder kommen aus den USA.

Der noch junge Telemedizin-Markt in Deutschland ist um ein Angebot reicher: Mit Spring ist heute ein Portal gestartet, bei dem sich alles um Männergesundheit dreht. Im Vordergrund steht dabei die Behandlung von Erektionsstörungen und von Haarausfall. Patienten sollen hier auf digitalem Weg Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente wie Viagra oder Cialis bekommen und diese über Online-Apotheke nach Hause geliefert bekommen. Das dahinterstehende Start-up – Direct Health Services – wartet dabei mit namhaften Geldgebern auf.

„Wir schaffen ein vertrauenswürdiges Portal für schambehaftete körperliche Beeinträchtigungen“, sagte Nico Hribernik, Geschäftsführer von Direct Health Services im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Erektionsstörungen beispielsweise blieben derzeit in rund 80 Prozent aller Fälle unbehandelt – weil sich die Betroffenen scheuen, zum Arzt zu gehen. Der anonymere Kontakt über das Internet soll diese Barriere abbauen.

Hribernik was zuletzt Markenchef bei Flixbus. Sein Mitgründer Manuel Nothelfer hat sich unter anderem als Mitgründer von Betreut.de einen Namen gemacht. Zurzeit ist er noch Vertriebsvorstand beim Versicherungsunternehmen Ergo Direkt, im Sommer soll er operativ bei Direct Health Services einsteigen. Als Gründungsinvestor mit an Bord ist HV Holtzbrinck Ventures. Zudem konnte das Start-up mehrere Business Angels für sich gewinnen – darunter Jean-Remy von Matt, Gründer der Werbeagentur von Matt, den ehemaligen Rocket-Internet-Manager Mato Perić und Reinold Geiger, CEO des Kosmetikunternehmens L’Occitane.

Zusammenarbeit mit Ärzten in Großbritannien

Das Vorbild für Spring sind die US-Portale Hims und Roman, die zuletzt mit riesigen Finanzierungsrunden auf sich aufmerksam gemacht haben. Vor allem Hims ist nicht unumstritten – das Portal kommt mehr wie ein Onlineshop für Potenzmittel als wie ein medizinisches Angebot daher. Hribernik verspricht, Spring werde sich davon deutlich abgrenzen: „Wir wollen keine Lifestyle-Marke aufbauen, sondern mit medizinischer Kompetenz punkten.“

Zum Start arbeitet das Start-up mit Ärzten in Großbritannien sowie Online-Apotheken in den Niederlanden zusammen. Von einer umfassenden medizinischen Beratung kann zumindest zum Start aber keine Rede sein: Die Rezepte sollen schon nach dem Ausfüllen eines einfachen Fragebogens ausgestellt werden. Künftig sein auf Wunsch des Patienten oder bei Nachfragen der Mediziner aber Sprechstunden am Telefon oder per Videochat möglich, so Hribernik.

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