Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Silicon Line, Martin Gröpl (im Bild) und Holger Höltke, an. Ihr Start-up sorgt für eine energieeffiziente Datenübertragung via Lichtsignal. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Martin, du hast eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet dein Elevator Pitch?
Für die Datenübertragung nutzen Fernseher, Spielekonsolen und andere elektronische Haushaltsgeräte heute meist Kupferkabel. Darin gehen aber oft Daten verloren. Zudem sind sie dick und schwer. Wir haben eine ultrazuverlässige, dünne Verbindung entwickelt, die mit allen Arten von Standardanschlüssen funktioniert, egal, ob USB oder HDMI. Das ist besonders bei Videospielen und neuen 8K-Filmen notwendig, aber auch bei medizinischen Endoskopen. Unsere Module verwandeln im Stecker elektrische Signale in Licht und umgekehrt. Die Technik ist 50 Mal kleiner als die der Konkurrenz, verbraucht sieben Mal weniger Strom.

Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich hatte für Nokia-Klapphandys einst eine superdünne Verbindung entwickelt, um das Display an die Tastatur zu schließen. Später haben wir entschieden, aus der Technik mehr zu machen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir haben eine Fabrik in Belgien aufgebaut, die die Hightechkomponenten fertigt. Montiert werden die Kabel in Asien. Wir verkaufen mittlerweile mehrere Millionen Stück pro Jahr, etwa an Spielekonsolenhersteller.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Unsere Kultur ist definitiv eine Mixtur aus allen drei Unternehmenskulturen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben 45 Mitarbeiter. Und die kommen immerhin aus 23 Nationen. Diverser geht es kaum.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir hatten erwartet, dass der Markt für unser Produkt 2017 richtig Fahrt aufnimmt. Tatsächlich beginnt er jetzt gerade erst damit, drei Jahre verspätet.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir entweder börsennotiert oder die Division eines Großkonzerns, der uns gekauft hat. Und unsere Technik steckt in jedem Gerät, das Datenverbindungen in Hochgeschwindigkeit braucht.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 50, darunter alle wichtigen Spielekonsolen- und TV-Gerätehersteller
Finanzierung: Wagniskapital
Gründung: 2013 in München
Mitarbeiter: 45

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Silicon Line kann eine große erfolgreiche Gründungsgeschichte aus Deutschland werden, wenn die Technologie umfangreich patentgeschützt ist und dieser Schutz Bestand hat“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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