Im Elevator Pitch der WirtschafsWoche treten heute die Gründer von Scoperty, Sebastian Frenzel, Anika Andresen und Michael Kasch, an. Ihr Start-up bringt Immobilienbesitzer mit Kaufinteressenten zusammen. Wie urteilt Investorin Kristin Müller vom High-Tech Gründerfonds?

Michael, Sebastian, Anika, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Auf unserem virtuellen Marktplatz treffen sich Immobilieneigentümer und Kaufinteressenten. Und das schon, bevor sie entschieden haben, ob sie wirklich bereit sind, zu kaufen oder zu verkaufen. So muss niemand mehr Zettel an Laternenmasten kleben mit der Frage, ob jemand im Viertel verkaufen würde. Ein potenzieller Käufer kann an allen Immobilien digital Interesse anmelden. Wir ermitteln zudem per Algorithmus Schätzwerte. So kann jeder sehen, was ein Haus, ein Grundstück oder eine Wohnung wert wäre, wenn es zum Geschäft kommt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Hinter unseren Schätzwerten steckt ein vom Bewertungsexperten entwickeltes Bewertungsmodell. Wir Gründer kommen vom Baufinanzierungsvermittler Interhyp, haben es aufgegriffen und darauf basierend Scoperty gestartet.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Nutzer zahlen nichts. Wir verdienen unser Geld, wenn ein Interessent eine Finanzierung braucht. Dann vermitteln wir ihn an Interhyp und bekommen eine Provision. Dasselbe gilt, wenn ein Eigentümer einen Makler sucht.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir sind zielstrebig und genießen es, zu lernen wie unser Algorithmus.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Team besteht aus unterschiedlichen Nationalitäten, die Frauenquote liegt bei 50 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war die Geburt unseres Start-ups: das Herauslösen des Projekts Scoperty aus der Interhyp. Die Vertragsverhandlungen haben ein Dreivierteljahr gedauert, viel länger als erwartet.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir den Immobilienmarkt transparenter gemacht. Und wir haben dafür gesorgt, dass mehr Menschen im eigenen Zuhause leben.

Fakten zum Start-up

Kunden: Verfügbar in Nürnberg, Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt
Finanzierung: Strategische Investoren und Wagniskapital
Gründung: 2019 in München
Mitarbeiter: 11

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 3/5

Urteil: „Mehr Transparenz im Immobilienmarkt ist dringend notwendig. Allerdings wird es sicher nicht einfach, sich gegen die etablierten Spieler durchzusetzen.“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds

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