Die Möbel-Start-ups Home24 und Westwing präsentierten jeweils deutliche Umsatzzuwächse. Bei Home24 lag das Plus bei fast 100 Prozent, das Start-up erlöste insgesamt 118 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres. Westwing vermeldete Umsätze in Höhe von 109 Millionen Euro, eine Steigerung von fast 50 Prozent. Home24 kam jedoch auch auf Verluste in Höhe von 37 Millionen Euro, eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Westwing stiegen das EBITDA-Minus zwar ebenfalls auf 35 Millionen Euro, allerdings bedeutete das einen Verlustzuwachs von „nur“ 46 Prozent.

Auch Rockets Amazon-Klonen konnten sich dem Trend steigender Umsätze und steigender Verluste nicht entziehen. Bei Lazada lag das Minus bei 148,6 Millionen US-Dollar, damit verdreifachte das Start-up seine Verluste nahezu. Ähnlich sah es bei Jumia aus: Das Minus wuchs auf 44 Millionen Euro an im Vergleich zu 16 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Linios EBITDA lag 30 Millionen Euro im Minus, ein Anstieg von gut zwei Dritteln. Die Umsätze wuchsen hingegen kräftig: Bei Lazada stiegen sie um fast 88 Prozent auf 121 Millionen US-Dollar, bei Linio um 73 Prozent auf 37 Millionen Euro und Jumia verbuchte gar ein Plus von 265 Prozent auf 76 Millionen Euro.

Stichtag für Rocket Internet: 31. Dezember 2016

Wenn Rocket Internet also bis 2017 drei profitable „Proven Winners“ hervorbringen will, muss sich der Trend bei mindestens drei Bilanzen noch ändern. Angesichts der größtenteils steigenden Verluste bleibt auch die Frage, ob 2015 tatsächlich der Verlust-Zenit erreicht ist. An dieser Aussage wird sich die Start-up-Schmiede spätestens Ende kommenden Jahres messen lassen müssen.

Auch der Start-up-Inkubator selbst schreibt übrigens wieder rote Zahlen. Nach einem Gewinn von 92 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 – damals kurz vor dem Börsengang – vermeldete Rocket Internet nun einen Verlust von 46 Millionen Euro. Dieser habe sich aber aus einmaligen Effekten ergeben, versicherte die Start-up-Schmiede.