Das Berliner Team wird Teil eines IT-Konzerns mit Sitz in Texas. Für einen frühen Investor ist der Exit ein ganz besonderes Jubiläum.

Der richtige Zugang für die richtige Person im Unternehmen: Auf diese IT-Herausforderung hat sich das in Berlin ansässige Start-up Protected Networks seit 2009 konzentriert. Unter dem Markennamen 8Man bauten die Berliner ein eigenes Portfolio an sogenannten Access-Rights-Management-Lösungen auf. Jetzt hat der weltweit tätige IT-Konzern Solarwinds mit Hauptsitz in den USA das Berliner Start-up übernommen. Die Kaufsumme wurde nicht bekannt gegeben.

Eine Besonderheit: Für einen frühen Geldgeber des Start-ups, den halbstaatlichen Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF), ist der Verkauf der insgesamt 100. Exit einer Beteiligung – aus insgesamt bislang knapp 500 Investments. Neben dem HTGF hatte der Privatinvestor Günter Müller mit seiner Gesellschaft Milestone Venture Capital das Start-up über die Jahre weiter finanziert.

Von null Euro zum Exit

Jetzt sei der ideale Match für einen Verkauf gefunden, freut sich der betreuende HTGF-Partner Markus Kreßmann. Das war beim initialen Investment kurz nach der Gründung von Protected Networks noch nicht abzusehen: Da habe es zwar eine „großartige Produktidee“ gegeben, so Kreßmann, „allerdings keine Kunden und damit auch keinen Euro Umsatz.“ Über die vergangenen Jahre hatte sich das geändert – jetzt soll das Produkt unter dem Dach von Solarwinds fortgesetzt werden. Das Team um Mitgründer und Geschäftsführer Stephan Brack – der letzte zugängliche Geschäftsbericht weist etwa 60 Mitarbeiter aus – soll von Berlin aus weiterarbeiten.

Der HTGF hatte im vergangenen Jahr begonnen, aus seinem dritten, über 300 Millionen Euro schweren Fonds zu investieren. Zudem hatte die Gesellschaft ihre Finanzierungsumme auf maximal drei Millionen Euro pro Start-up erweitert. Der teuersten Exit aus dem Portfolio schaffte der 2005 gestartete halbstaatliche Investor mit dem 465-Millionen-Euro-Verkauf des Pharma-Start-ups Rigontec an den amerikanischen Merck-Konzern. Im vergangenen Jahr wagte zudem mit dem IP-Telefonie-Spezialisten Nfon die erste HTGF-Beteiligung den Sprung an die Börse.