Das Berliner Unternehmen investiert in Start-ups, die die Digitalisierung der Immobilienbranche vorantreiben wollen.

Etablierte Immobilienunternehmen und Start-ups zusammenbringen, ohne deren Unabhängigkeit zu gefährden: Das ist das Ziel von Proptech1 Ventures. Gestartet vor einem Jahr, hat der Wagniskapitalgeber kürzlich seinen Gesellschafterkreis verdoppelt. Wie das Berliner Unternehmen gestern mitteilte, sind nun 30 Investoren an Bord, die zusammen einen zweistelligen Millionenbetrag eingebracht haben.

Zu den neuen Gesellschaftern gehören demnach die Immobilien- und Pfandbriefbank Berlin Hyp, das Immobilienunternehmen Covivo, die Immobilienentwickler Pandion und Gieag sowie die Investmentgesellschaft Empira. Beteiligt haben sich außerdem mehrere Unternehmer der Branche.

Initiiert haben Proptech1 Marius Marschall von Bieberstein – Geschäftsführer des mittelständischen Immobilienentwicklers Evoreal – und die VC-Firma Cooperativa, dessen Mitgründer Nikolas Samios bis Ende 2016 Investmentchef des börsennotierten Investors German Startups Group war. Mit seinem damaligen Geschäftspartner Christoph Gerlinger überwarf er sich allerdings, wie Gruenderszene.de schrieb.

Mehr Möglichkeiten, als gedacht

Erste Investments hat Proptech1 bereits getätigt. Zu den Portfoliounternehmen gehören neben anderen Simplifa, ein Start-up, das das Management von Aufzuganlagen digitalisieren will, sowie die auf Baumaterialien spezialisierte Beschaffungsplattform Inpera. Zuletzt ist der Wagniskapitalgeber bei Architrave eingestiegen. Das Berliner Start-up hat ein Dokumentenmanagementsystem für die Immobilienbranche entwickelt.

In einem Blogeintrag zieht Proptech1 eine positive Zwischenbilanz. Bei der Konzeption habe man noch daran gezweifelt, ob es genügend interessante Beteiligungsmöglichkeiten geben würde. Diese Sorge sei unberechtigt gewesen, „denn auch nach 200 analysierten Proptechs aus unserem Dealflow haben wir bei Weitem nicht den Eindruck, dass wir keine neuen Unternehmen mehr sehen würden.“ Erhebungen des in Frankfurt ansässigen Accelerators Blackprint Proptech Booster untermauern die gute Branchenentwicklung. Demnach ist die Zahl der Proptechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz stark gestiegen – auch dank guter Finanzierungsbedingungen.

Gegenüber Branchenunternehmen, die auf eigene Faust in Start-ups investieren, sieht sich Proptech1 im Vorteil – denn viele Gründer fürchteten eine zu starke Einflussnahme strategischer Geldgeber. Als direkten Wettbewerber macht Proptech1 Loric Ventures aus London aus. Der ebenfalls unabhängige Wagniskapitalgeber investiert außer in Fintechs vor allem in Start-ups der Immobilienbranche.