Das Münchener Start-up wächst seit der Gründung Ende 2014 rasant – und hat zahlreiche namhafte Unternehmen als Kunden gewonnen.

Ein mit Sensoren bestückter Handschuh, der Angestellten in Produktion und Logistik die Arbeit erleichtert: Mit dieser Idee haben ein paar Tüftler aus München vor knapp vier Jahren den Neumacher-Wettbewerb der WirtschaftsWoche gewonnenund zuvor bereits den Chiphersteller von Intel von sich überzeugt. Seither geht es steil bergauf für ProGlove: Schon früh hat das Start-up Industrie-Riesen wie Audi, BMW und Festo von den Handschuhen mit Strichcode-Scanner überzeugt. Wagniskapitalgeber investierten bis April vergangenen Jahres 7,5 Millionen Euro.

Nun hat das Unternehmen einen weiteren Meilenstein erreicht. In einer neuen Finanzierungsrunde haben die Münchener 40 Millionen Dollar – rund 36 Millionen Euro – eingesammelt. Lead-Investor war demnach Summit Partners. Die Private-Equity-Gesellschaft mit Hauptsitz in Boston ist in der Start-up-Szene als Investor des Fahrtenvermittlers Uber bekannt und hatte in Deutschland unter anderem das Software-Start-up Signavio investiert.

„Wir glauben, dass ProGlove gut positioniert ist, um weiter zu wachsen, da Herstellungs- und Versandprozesse zunehmend auf intelligente Scanlösungen zur Produktivitätsoptimierung angewiesen sind“, kommentierte Johannes Grefe, Principal bei Summit Partners sein Engagement. Das Start-up teilte mit, man wolle nun die internationale Präsenz ausbauen.

Kunden- und Mitarbeiter-Zahlen seit 2018 verdoppelt

Aktuell ist ProGlove außer in München bereits mit einem eigenen Büro in Chicago vertreten und beschäftigt eigenen Angaben zufolge mehr als 160 Mitarbeiter aus 40 Nationen. Im April 2018 waren noch es noch 80 Mitarbeiter. Auch die Zahl der Kunden hat sich den Angaben zufolge in anderthalb Jahren von 250 auf über 500 verdoppelt – darunter sind auch prominente Logistikunternehmen wie DHL.

Das Start-up wirbt damit, dass sich Scanzeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen. Durch das direkte Feedback am Handgelenk – etwa durch Töne oder eine Vibration ließen sich zudem die Fehlerrate reduzieren. Als nächstes will ProGlove Handschuhe auch mit Kameras ausstatten, so dass beispielsweise Lagerarbeiter beschädigte Lieferungen dokumentieren können. Dazu sollen die Wearables auch größere Displays bekommen, sagte Geschäftsführer Andreas König im Mai der WirtschaftsWoche.

König hatte Ende 2018 das Ruder bei ProGlove übernommen – zuvor war er Chef beim Software-Einhorn Teamviewer aus Göppingen. Mitgründer Thomas Kirchner sagte damals dem Handelsblatt, er brauche Unterstützung, das wachsende Unternehmen zu organisieren.