Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Poligy, Artur Steffen und Martin Huber, an. Ihr Start-up setzt auf speziellen Kunststoff, um Wärmekraftmaschinen zu betreiben. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investor Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
In Deutschland wird viel Abwärme verschwendet, etwa in Form von Wasserdampf an Kühltürmen oder durch die heiße Abluft von Rechenzentren. Wir haben ein Bipolymer entwickelt, also einen speziellen Kunststoff, der sich verbiegt, wenn sich die Temperatur ändert. Damit können wir Wärmekraftmaschinen antreiben, die aus industrieller Abwärme grünen Strom erzeugen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Martin hatte die Idee bei seinem dualen Studium bei Bayer. Damals hatte er gelernt, was ein Bimetall ist, und sich gefragt, warum es das nicht aus Kunststoff gibt. 2016 hat er es kreiert und zum Patent angemeldet.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Zurzeit lassen wir uns etwa von Energiekonzernen bezahlen, die unsere Prototypen testen wollen. Nächstes Jahr dann wollen wir in die Serienfertigung für die Maschinen einsteigen. Eine Patentgesellschaft vergibt zudem Lizenzen – etwa, wenn jemand aus unserem Bipolymer neuartige Solaranlagen bauen will.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Bei uns herrscht eine echte Erfinderkultur. Regelmäßig tauchen hier Probleme auf, für die wir Lösungen entwickeln müssen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben aktuell drei Frauen im Team, darunter auch eine Ingenieurin. Und es gibt Neuseeländer, Ghanaer, Kasachen, Palästinenser und natürlich Deutsche.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir wollten vergangenes Jahr gern bei einem bestimmten Inkubator unterkommen. Das aber hat nicht geklappt.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Unser Ziel ist es, das Unternehmen zu einer Milliardenbewertung zu führen. Vielleicht haben wir das dann schon geschafft. Auf jeden Fall gibt es unsere Bipolymermaschinen überall dort, wo Industriewärme entsteht.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehrere Prototypen verkauft, in Verhandlungen mit weiteren Interessenten
Finanzierung: Privatinvestoren, eigenes Geld
Gründung: 2018 in Düsseldorf
Mitarbeiter: 12

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Poligy ist ein super Beispiel, wie innovative Start-ups Branchen verändern und in diesem Fall die Energiewende vorantreiben. Weiter so!“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds

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