Das dänisch-deutsche Start-up übernimmt den Wettbewerber BesserFM. Im November soll das Programm starten. Die Pläne sind groß – die Konkurrenz ebenso.

Mehr auf Ohren dank einer Übernahme: Die dänische Podcast-Plattform Podimo hat das deutsche Audio-Start-up BesserFM für eine ungenannte Summe übernommen. Der Kauf folgt auf eine Finanzierungsrunde, findet aber vor dem eigentlichen Produktstart statt: Erst ab Oktober soll das deutsche Angbeot verfügbar sein, zudem soll in diesem Jahr noch das dänische Angebot folgen.

Der deutsche Mitbewerber, der sich auf die Auswahl und Aufbereitung von empfehlenswerten Podcasts spezialisiert hatte, war noch klein: Zwei Mitarbeiter in Berlin und ein Co-Gründer in San Francisco werkelten an dem selbst ernannten „Podcastmagazin“. Die beiden deutschen Angestellten bilden mit Co-Gründer Nicolaus Berlin nun das lokale Team von Podimo. 20 weitere Mitarbeiter sitzen in der Zentrale in Kopenhagen, sieben in Vilnius.

Gemeinsam auf einen Multi-Millionen-Markt

In nur vier Wochen habe man sich auf einen Zusammenschluss geeinigt, lässt sich Berlin in einer Pressemitteilung zitieren: „Gemeinsam geht es nun darum, ein nachhaltiges Modell für Podcasts zu schaffen“. Der Markt hat Potenzial: In den USA dürften Werbetreibende in diesem Jahr bereit um die 670 Millionen Dollar investieren, um in Podcasts aufzutauchen, zeigt eine aktuelle Studie. In Pressetexten bezeichnet sich Podimo gerne bereits als künftiges europäisches „Netflix für Podcasts“.

Die große Herausforderung: Alleine ist das dänisch-deutsche Team mit ihrem Unterfangen nicht. Die Streaming-Plattform Spotify steckt genauso wie Apple, Dazn oder Audible viel Geld in exklusive Inhalte. Zudem haben viele der Anbieter bereits den Vorsprung, Millionen von Nutzer zu haben, die den Audio-Inhalten schnell zu großer Reichweite verhelfen können.

Unterstützung durch deutsche und dänische Investoren

Wie genau Podimo den Kampf gewinnen will, verrät das Start-up nicht. „Das Unternehmen möchte ein Ökosystem schaffen, von dem jeder Podcaster profitiert“, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer nur. Eine Idee ist es, in einer Bezahlversion auf Werbung zu verzichten. Die Umsätze sollen mit den Podcastern geteilt werden.

Unterstützung erhält das junge Unternehmen durch Investoren. Im Juli hatte Podimo sechs Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde eingesammelt. Auch hier war eine deutsch-dänische Koproduktion am Werk: Das Geld stammt sowohl von dem Risikokapitalgeber Eventures mit Sitz in Berlin als auch von Heartcore mit Hauptsitz in Kopenhagen. Konsumenten suchten zunehmend nach werbefreien Möglichkeiten, ihre Podcasts zu hören, sagte Eventures-Partner Jonathan Becker.