Das Start-up gibt Bezahlkarten heraus, mit denen Unternehmen Spesenabrechnungen automatisieren können. 50 Millionen Euro sollen bei der Expansion helfen.

Papierformulare, fehlende Belege, kryptische Kosten- und Projektnummern: Spesenabrechnungen verursachen in Unternehmen oft einen hohen administrativen Aufwand. Diese Prozesse zu automatisieren, ist das Ziel von Pleo. Das dänische Start-up gibt Prepaid-Bezahlkarten heraus, die Mitarbeiter für geschäftliche Ausgaben nutzen können. Dazu gehört eine Cloud-Software zur Verwaltung und Dokumentation.

Gegründet 2015, hat das Fintech eigenen Angaben zufolge bereits 3500 Firmenkunden gewonnen – darunter mehrere hundert in Deutschland. Nun will das Start-up seine internationale Expansion weiter vorantreiben. Das nötige Kapital ist vorhanden: Wie Pleo heute bekannt gab, hat das Unternehmen gerade 50 Millionen Euro von Investoren erhalten. Angeführt wurde die Series-B-Finanzierungsrunde demnach von dem New Yorker Wachstumsfonds Stripes Group. Beteiligt waren zudem die Bestandsinvestoren, zu denen die schwedischen Risikokapitalgeber Kinnevik und Creandum gehören.

Niederlassung in Deutschland geplant

In Deutschland hat Pleo im Januar einen sogenannten Softlaunch hingelegt. Zu den ersten Kunden hier zählen das Umzugsportal Movinga, der Online-Metallhändler Metalshub und das Blockchain-Start-up Brickblock. Wie Pleo auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer erklärte, werden die deutschen Kunden bisher von einem Team am Stammsitz in Kopenhagen betreut. Geplant sei nun aber, bis Ende des Jahrs eine Niederlassung in Deutschland zu eröffnen – und in dieser Zeit die Kundenzahl auf über tausend zu steigern.

„Deutschland ist die wichtigste Volkswirtschaft in Europa. Wenn wir in Europa erfolgreich sein wollen, müssen wir in Deutschland erfolgreich sein“, sagt Pleo-CEO Jeppe Rindom, der das Unternehmen zusammen mit Niccolo Perra gegründet hat. Man rechne mit zunächst 50 Mitarbeitern in Deutschland. Noch nicht ausgemacht sei, ob die Niederlassung in Berlin oder an einem anderen Standort eröffnet wird. Insgesamt will das Start-up seinen Mitarbeiterstamm von derzeit 120 auf 400 bis Ende des kommenden Jahres ausweiten.

Start in weiteren Märkten geplant

Bisher ist Pleo außer in Dänemark auch in Großbritannien vertreten. Ebenfalls in diesem Jahr soll auch ein Büro in Schweden eröffnet werden. Parallel soll es einen Soft Launch in zwei bis drei weiteren europäischen Märkten geben, teilte das Unternehmen mit. Dabei seien jeweils lokale Anpassungen erforderlich. In Deutschland im Fokus steht etwa eine Integration mit Buchhaltungssystemen wie Datev.

Punkten will Pleo vor allem mit dem System der Prepaid-Bezahlkarten, die sich beim Einkaufen wie eine Kreditkarte nutzen lassen. Unternehmen müssen die Beträge aber vorher aufladen und können Ausgabenbeschränkungen für Teams und Einzelpersonen festlegen. Belege können in mobilen Apps hinterlegt werden. Die Software soll um weitere Funktionen – darunter einen Lieferantenmarktplatz – erweitert werden. Eigenen Angaben zufolge ist das Fintech bereits einer der größten Firmenkartenanbieter in Skandinavien.