Zurück beim Pitch Marathon: Da steigt die Nervosität bei den 26 Gründern. Candau und Ickenroth sind jetzt da. Zwanzig Minuten vor ihrem Pitch beugen sie sich noch über ihren Laptop, schnell noch was an der Präsentation ändern. Dann geht es los. Candau sagt später, sein Herz habe wie wild gehämmert. Davon merkt man nichts, als er wie ein Auktionator sein eigenes Produkt anpreist: BAGmovies, eine Art Social-Media Plattform für Filme und Serien. „Ihr habt zu wenig Zeit, um euch Mist anzugucken. Daher braucht ihr uns“, schreit er.

Strategischer Investor gesucht!

Nach knappen fünf Minuten ist sein Auftritt vorbei. Ein rascher Applaus und schon steht der Nächste auf der Bühne, um für seine Idee zu trommeln. Candau ist erschöpft. Ob sein Pitch gut ankam, wird er erst später merken. Investoren und Business Angels halten Karten in den Händen, auf die Geldsummen gedruckt sind – 50.000 Euro oder 200.000 Euro etwa. Es sind fiktive Investitionen, die ihr Interesse an einem Start-up zeigen sollen. Im Laufe des Tages übergeben sie die Karten an ihre Favoriten aus dem Pitch Marathon. Wer das meiste Papp-Geld gesammelt hat, hat den Wettbewerb für sich entschieden.

Auch für Sebastian Hof, Jennifer Moseler und David Poetzsch-Hefter wird es ernst. Sie sind extra aus dem Saarland nach Berlin gekommen, um ihr Start-up Hireme vorzustellen. Für Hof, der pitchen wird, ist es das erste Mal auf Englisch, das erste Mal in der Gründerszene Berlins. „Das ist schon eine andere Dimension als bei uns im Saarland“, sagt er, er sei nervös. Die drei suchen einen strategischen Investor, der bereit ist, 500.000 Euro in ihr Start-up, eine Jobplattform für Studenten, zu investieren. Bisher sind dort nämlich nur Jobs im Saarland verfügbar, aber das soll sich mit Hilfe des Investors ändern. Die Chancen dafür stehen gut, denn der Pitch läuft rund. Hof spricht konzentriert, klickt alle Folien durch, kommt in der fünften Minute pünktlich zum Schluss. Er sei zufrieden, sagt er später grinsend. Und bekommt in der nächsten Pause ein paar Karten von Investoren zugesteckt.

Business Angel Rainer Ammel gehört nicht dazu. Er interessiert sich nur für Start-ups, die mit Bildung zu tun haben. Um ein solches hier zu finden, ist er extra aus München angereist. Aber die Suche verläuft stockend. Das Start-up-Angebot reicht schließlich vom Designthermostat für die Heizung zur Konsole für Smartphones, über eine Software für Roboter-Journalismus zum Businessreisenanbieter. Mit Bildung haben nicht viele zu tun.   „Aber ein Start-up ist mir doch aufgefallen, das mich interessiert, das ist Edkimo“, sagt Ammel.

Mit dieser App können Lehrer ihre Schüler über ihren Unterricht befragen – unmittelbar und anonym. Ammel saß wenige Minuten zuvor im Publikum, als Sebastian Maack das Start-up vorgestellt hat. Er hat gehört, wie Maack von den eigenen Erfahrungen als Lehrer berichtete und wie er die App im Unterricht selbst testete.