Beim Pitch-Deck-Karaoke müssen Gründer ein vollständig unbekanntes Unternehmen präsentieren. Ein großer Spaß, vor allem für die Zuschauer.

Ein ordentlicher Pitch gehört zum Handwerkszeug von Gründern. Auf der Düsseldorfer Start-up Woche gab es eine neue Herausforderung für junge Unternehmer: Beim Pitch-Deck-Karaoke musste innerhalb von fünf Minuten ein komplett fremdes Start-up vorgestellt werden – mit einer Präsentation, die man vorher nicht gesehen hat und deren Folien spätestens alle 30 Sekunden automatisch wechselten.

„Es ist der erste Pitch-Deck-Karaoke, der überhaupt in Deutschland stattfand“, sagt Lutz Lambert vom Center for Entrepreneurship Düsseldorf (CEDUS), das die Veranstaltung ausrichtete. „Düsseldorf ist schließlich die nächste Gründermetropole“, sagte Lambert bevor er den Startschuss für das erste Pitch-Deck-Karaoke gab. „Seid ihr bereit?“

Zuerst musste Marc-Christopher Reinbach auf die Bühne. Eigentlich entwickelte er gemeinsam mit Mareike Christina Awe mit “BMI: Body Mind Integrity” ein Programm, das Menschen in zwölf Wochen intuitiv zu einem richtigen Essverhalten zurückführt – ohne dabei auf irgendetwas zu verzichten. Das Start-up, das er nun aber präsentieren musste, hatte so gar nichts mit gesunder Ernährung und Sport zu tun, sondern mit Chemie.

„Ich liebe Chemie“, kommentierte er das Start-up Reaxon sarkastisch. Und reagierte dann schnell auf die Folien, die er zum ersten Mal sah und lag damit oft gar nicht so schlecht: Die drei Gründer haben sich tatsächlich im Studium kennen gelernt, aber nicht wie von Marc Reinbach beschrieben in Wuppertal, sondern an der Universität in Düsseldorf.

Die Präsentation zeigte aber eines ganz deutlich: Es kann sehr gut funktionieren, ein Start-up vorzustellen, dass völlig unbekannt ist. Dabei kommt es aber auch ein bisschen auf die Folien an, wie eine der nächsten Präsentationen zeigen sollte: Nur Text, wenn er dann auch noch englischsprachig ist, kann zu großen Problemen führen – und ist am Ende beinahe weniger aussagekräftiger als eine Präsentation mit Bildern, Grafiken und ein wenig Text.

Die Präsentation des Düsseldorfer Start-up „be bananas“ brachte Ingo Stefes von der Wirtschaftsförderung der Stadt Düsseldorf, selbst Gründer und Mitorganisator der Start-up Woche ganz schön ins Schlingern, sorgte aber vor allem beim Publikum für große Erheiterung. Sie bestand aus einem Comic, der den Weg der „guten“ Banane in den Supermarkt zeigte, während Bananen mit kleinen Druckstellen oder in einem etwas reiferen Zustand eigentlich auf dem Müll landen würden.

Das Start-up aber nimmt dem Großhandel genau dieses Obst ab: Für Bananenbrot, das sie mittlerweile in zehn Sorten herstellen, werden nämlich überreife Bananen gebraucht. Obst das also vom deutschen Großhandel aussortiert wird, wird so gerettet. Das Bananenbrot konnte vor Ort direkt probiert werden. Dahinter steckt Gründer Lars Peters, der das Start-up 2012 gemeinsam mit Tim Gudelj neben dem Studium gegründet hat und mittlerweile durchschnittlich 5000 Brote im Monat in Cafés, Restaurants, Bäckereien und auf Festivals verkauft. Im australischen Sydney haben sie das Bananenbrot zum ersten Mal probiert und waren sofort vom Geschmack überzeugt. Ihr Ansatz: Sie wollten den Geschmack nach Deutschland bringen und dabei nachhaltig arbeiten – und das mit Erfolg.