Peter Smits hat einen eigenen Youtube-Kanal mit über 1,9 Millionen Abonnenten. Im Interview erklärt er, wie Youtuber Erfolg haben – und welchen Tipp er Gründern gibt.

Peter Smits alias Piet ist Gründer des Youtube-Kanals Pietsmiet. Dort produziert er mit seinem Team vor allem Let’s Play Videos – mit durchschlagendem Erfolg. Für den Erfolg arbeiten sie allerdings auch hart und stellen jeden Tag zehn neue Videos online. Im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer erklärt er, warum Youtuber auch heute noch so erfolgreich werden können wie er.

WirtschaftsWoche Gründer: Was braucht man um in der Gamingbranche als “Let’s Player” erfolgreich zu sein?
Peter Smits: Vor allem Glück. Unser Konzept damals als Team aufzutreten war etwas Neues. Natürlich muss man unterhaltsam sein und sich verständlich ausdrücken. Außerdem sollten die Videos auch einen gewissen Qualitätsstandard haben. Man kann aber keine generellen Regeln aufstellen, die einen späteren Erfolg garantieren – ein Großteil ist pures Glück.

Ist so ein Erfolg heute noch möglich?
Es ist schwieriger geworden, aber nicht unmöglich. Es gibt immer Bewegung in der Branche: Kanäle werden größer und wieder kleiner. Wir haben den großen Vorteil, dass wir konstant und keine Eintagsfliege sind.

Wie geht man mit Erwartungsdruck der Fans um, jeden Tag ein neues Video zu produzieren?
Alle paar Tage? Wir bringen täglich zehn neue Videos. Wenn man anfängt sich zu verstellen und lustig zu tun, hat man spätestens nach sechs Monaten keinen Bock mehr darauf. Die Zuschauer merken das recht schnell und schauen dich nicht mehr an. Man darf sich dem Druck nicht ergeben. Man muss nicht machen, weil man muss, sondern weil man will. Youtuber, die auf Knopfdruck lustig sein wollen, finde ich furchtbar. Langfristig wird man damit keinen Erfolg haben.

Beim diesjährigen Computerspielepreis hat die Jury für den Bereich Innovation nur ein einziges Unternehmen ausgezeichnet. Sind deutsche Entwickler nicht innovativ genug?
Offensichtlich! Wenn eine Fachjury das sagt, dann muss da mehr aus Deutschland kommen. Der große Schrei sind aktuell Virtual Reality Brillen – da kommt ja auch nichts großes aus Deutschland. Internationale Unternehmen sind hier die Vorreiter und Deutschland könnte durchaus nachlegen.

Ist Virtual Reality nicht ohnehin nur ein Hype?
Ich habe erst vor kurzem die erste Virtual Reality angezogen. Ich war sehr begeistert, aber es fällt mir immer noch schwer mir vorzustellen, solche Klötze in der Öffentlichkeit zu tragen. Im Wohnzimmer hingegen kann ich es mir sehr gut vorstellen. Zwei bis drei Jahre dauert es bestimmt aber noch, bis sich der Trend durchsetzt.

Ist es vorstellbar, dass VR-Brillen künftig auch eine Rolle in den Let’s Play Videos spielen?
Ohhhja. Das wird noch schwierig werden, das am Ende in einem Video zu fassen. Es könnte aber passieren, dass diese Videos nachher nur Leute sehen können, die auch so eine Brille tragen.

Wo liegen eigentlich die Gründe für die mangelnde Innovation?
Deutschland ist ein kleiner Markt. Zudem ist Innovation eine große Gefahr und häufig geldintensiv. Alles was mit dem Bereich Gaming zusammenhängt wird nicht groß vom Staat subventioniert.

Haben die kleinen Unternehmen überhaupt eine Chance?
Ich bin fest davon überzeugt, dass die kleineren Indie-Game eine größere Chance haben, international Bekanntheit zu erlangen. Die großen Publisher müssen auf maximale Sicherheit achten. Indie-Game-Entwickler können viel eher was ausgefallenes machen und dann den Glückstreffer landen und groß rauskommen. Trotzdem bleibt auch das arg schwierig.

Welchen Tipp hast du abschließend für Gründer?
Hinterzieht keine Steuern! Ich habe keine persönlichen Erfahrungen damit, aber einer der ersten Sätze von dem Co-Geschäftsführer in meinem Unternehmen lautete: „Peter, wir können jeden bescheißen, aber nicht das Finanzamt.“