Im Gegensatz zum Trio aus Münster arbeitete Fischer in Berlin mehrere Jahre journalistisch – als Quereinsteiger nach einem Business-Master und einem Job als Personalmanager. Fischer gründete bereits 2012 die Software-Firma Tame.

Marcus von Jordan,, Mitgründer von Piqd. (Foto: PR/Piqd)

Marcus von Jordan, Geschäftsführer von Piqd.
(Foto: PR/Piqd)

Zusammen mit Marcus von Jordan in München versucht er jetzt den amerikanischen Ansatz: erst die Idee groß machen, dann Geld verdienen. „Unser Fokus liegt gerade auf der Vermarktung von Piqd, aber noch nicht auf der Monetarisierung.“ Wenn er das in Deutschland sage, erzählt Fischer, schauten ihn die meisten Menschen entgeistert an. „Kein Geld verdienen wollen als Gründer, das stößt auf Misstrauen“, sagt Fischer. Dabei sage er ja nicht, dass Piqd nie Geld verdienen soll.

10.000 Nutzer als Zwischenziel

Piqd testet zunächst – vereinfacht gesagt –, ob es überhaupt gebraucht wird. Fischer will Ende November 10.000 registrierte Nutzer haben, das sei locker zu schaffen, sagt er. Schon jetzt ginge der tägliche Newsletter an Empfänger „im guten vierstelligen Bereich“, 60 Prozent öffneten ihn täglich. Dieser Service von Piqd solle auch künftig kostenlos bleiben.

Die Gründer glauben an eine Monetarisierung über Werbung oder Sponsoring: Vielleicht werde BMW eines Tages einen neuen Piqd-Kanal über Mobilität ermöglichen, sagt Fischer, will aber möglichst wenig spekulieren. Stattdessen: Ohne Druck weiter wachsen, über Blogs und Facebook-Anzeigen bekannter werden – und kurzfristig entscheiden, was das Geschäft refinanzieren könnte. Fischer meint: „Der Medienmarkt verändert sich so schnell – da kann eine gute Idee von heute in vier Monaten schon wieder unsinnig sein.“