Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Perfood, Dominik Burziwoda,  Christoph Twesten und Torsten Schröder, an. Ihre Testkits helfen auf dem Weg zum gesunden Lebensmittelmix. Wie urteilt Investor Lars Hinrichs?

Eine halbe Minute mit Investor Lars Hinrichs im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Übergewicht, Diabetes sowie sich daraus entwickelnde Herzinfarkte, Krebserkrankungen und Schlaganfälle kosten Deutschland pro Jahr an die 60 Milliarden Euro. Doch es gibt nicht die eine gesunde Ernährung für alle. Der eine sollte Pizza öfter weglassen, der andere Vollkornbrot. Wer jeden  Tag das falsche Brot isst, das bei ihm den Blutzucker hoch treibt, der isst immerhin sieben Mal die  Woche unpassend. Wir haben einen Test und eine Software entwickelt, die anhand von Blutzucker und  Darmbakterienwerten die optimale Ernährung für jeden ermittelt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Das Verfahren basiert auf Erkenntnissen des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität  Lübeck. Mitgründer Torsten forscht dort mit unserem Beirat, Professor Christian Sina. Wir alle kamen  2016 auf die Idee, aus den Studienergebnissen ein Produkt zu machen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen die Testkits an Verbraucher. Aktuell vermarkten wir sie als Diätprodukt, wollen sie aber  auch als  Medizinprodukt genehmigen lassen. So können Krankenkassen die Kosten erstatten. Und wir  machen Auftragsforschung, etwa für Lebensmittelfirmen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sind sehr nerdig, da bei uns Medizin, Lebensmittelchemie und künstliche Intelligenz  zusammenkommen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind zu 60 Prozent Männer, zu 40 Prozent Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Im Februar vergangenen Jahres sollte unsere App starten, am Ende war es Juni. Das hat unseren  Zeitplan damals komplett durcheinandergeworfen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann bekommt jeder mit Übergewicht unsere personalisierte Ernährung. Schon jetzt arbeiten wir daran,  drei bis vier Ernährungstypen zu identifizieren, für die Lebensmittelhersteller dann optimierte Produkte anbieten können.

Fakten zum Start-up

Kunden: Vierstellige Zahl privater Kunden, die das Testkit gekauft haben; zudem zehn Forschungskunden aus der Industrie
Finanzierung: Privatinvestoren und eigenes Geld
Gründung: 2017 in Lübeck
Mitarbeiter: 9

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Ich glaube fest an die Personalisierung  der Ernährung und würde ein Testkit kaufen. Es sollte dabei aber nicht nur ums Abnehmen gehen. Das wäre eher ein Nebeneffekt.“
Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private-Equity-Fonds Cinco Capital

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