Nach Übernahme und Fusion will die Berliner Start-up-Bank in Italien angreifen. Kapital kommt von der Fintech-Schmiede Finleap und HV Holtzbrinck Ventures.

Um international wachsen zu können, erhält die Berliner Digitalbank Penta rund acht Millionen Euro von Investoren. Mit dem zusätzlichen Kapital will die 2016 gestartete Firma auf potenzielle Geschäftskunden im europäischen Ausland zugehen und ihre Partnerschaften mit Banken und Finanzdienstleistern stärken. Der Gesellschafterkreis um das Management-Team von Penta erweitert sich: Neben Company Builder Finleap und der italienischen Fintech-Plattform Fabrick reiht sich Frühphasenfinanzierer HV Holtzbrinck Ventures ein – Hauptinvestor in der aktuellen Finanzierungsrunde.

Penta mit Sitz in Berlin, Mailand und Belgrad will sich vom Geschäftskonto-Anbieter zu einer Finanzdienstleistungsplattform für Unternehmen entwickeln. So bietet das Start-up neben einer deutschen IBAN auch Debitkarten für das Spesenmanagement und automatisierte Buchhaltungsdienste an. Kundenzielgruppe sind Start-ups und mittelständische Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern. Kooperationspartner ist die in der Hauptstadt ansässige Solaris Bank, die die erforderliche Banklizenz hält.

Italienische Geschäftskunden im Visier

Die junge Firma befindet sich im Umbruch: Im April von der Fintech-Schmiede Finleap übernommen und mit der italienischen Finleap-Gründung Beesy verschmolzen, steht nun die weitere Expansion im Fokus. „Mit der Finanzierung können wir weiter in unsere Produkte und Partnerschaften investieren. Zusätzlich werden wir die Internationalisierung von Penta vorantreiben, beginnend mit Italien in diesem Jahr”, lässt sich CEO Marko Wenthin in einer heute veröffentlichten Presseinformation zitieren. Mit dem italienischen Start-up Beesy, das als digitaler Finanzmanager für Selbstständige ins Rennen gegangen war, gründete die Berliner Fintech-Schmiede erstmals ein Unternehmen im Ausland.

Die Digitalbank Penta beschäftigt inzwischen mehr als 50 Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben fast 10.000 Unternehmenskunden. Noch im April hieß es seitens des Berliner Fintechs, dass eine Zusammenlegung mit Beesy vorerst nicht geplant sei, die Kundenzahl wurde noch auf 5.500 beziffert.

Zu den früheren Investoren gehört der britische, auf Fintechs spezialisierte Investmentfonds Inception Capital, der Anfang vergangenen Jahres eine Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro anführte. Unter den wichtigsten Rivalen von Penta ist das Berliner Start-up Kontist, das 2017 mit einem Konto für Selbständige gestartet ist. Im Oktober stieg dort das Freiburger Familienunternehmen Haufe als strategischer Investor ein.