Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Onlogist, Felix Müller (im Bild) und Moritz Pagendarm an. Ihr Start-up bringt Flottenbetreiber und Überführungsfahrer zusammen. Wie urteilt Investor Florian Heinemann?

Felix, Moritz, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben einen digitalen Marktplatz für die Fahrzeugüberführung aufgebaut. Dort bringen wir Autovermieter, Werkstattketten und Leasinggesellschaften mit 9000  Dienstleistern für Überführungsfahrten zusammen. Darunter sind sowohl Einzelunternehmer als auch Agenturen mit angestellten Fahrern. Wir kümmern uns dann um alles, von der Auftragsvergabe bis zur Abrechnung.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir hatten uns gewundert, warum Einwegmieten beim Leihwagen so wahnsinnig teuer sind. Nach etwas Recherche fanden wir heraus, dass es superkompliziert ist, ein Auto zurückzuführen. Da werden Dienstleister abtelefoniert, Excel-Tabellen und Faxe rumgeschickt. Und das, obwohl es ein durchaus großer Markt ist, allein bei den Mietwagenfirmen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir bekommen eine Vermittlungsprovision, einen Anteil zwischen 5 und 15 Prozent des Überführungspreises.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Unsere Philosophie ist die eines hanseatischen Kaufmanns, nicht die eines nur exitorientierten Start-ups.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind eher männerlastig und jung. Aber immerhin unsere Buchhalterin, die das eigentliche Sagen im Unternehmen hat, ist über 50 Jahre.

Was war euer größter Rückschlag?
Die Behäbigkeit unserer Kunden. Manche Vermietungskonzerne mussten wir zwei Jahre lang bearbeiten, bis sie endlich auf unseren Marktplatz gekommen sind.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist unser Marktplatz europaweit vertreten. Momentan bieten wir nur Überführungen von und nach Deutschland und innerhalb Deutschlands an. Auch sind wir dann nicht mehr auf die Überführung von Pkws beschränkt.

Fakten zum Start-up

Kunden: 9000 Dienstleister, 5 von 6 großen Autovermietern, große Werkstattketten wie Carglass und viele kleine
Finanzierung: Eigenmittel, Fördergeld
Gründung: 2014 in Hamburg und Berlin
Mitarbeiter: 14

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 2/5

Urteil: „Die Idee ist nicht uninteressant. Es ist aber schwer, zu sagen, wie groß der Markt wirklich ist, und das Timing  ist in der aktuellen Lage, die ja vor allem die Reise und Autobranche stark trifft, nicht ideal.“
Florian Heinemann, Partner der Wagniskapitalfirma Project A und früherer Geschäftsführer bei Rocket Internet

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