16.00 Uhr

Start-ups müssen ihre Ideen schnell und präzise vor Investoren präsentieren können. In unserem Tech Slam stellen vier Gründer ihre Geschäftsidee vor – und bekommen dafür von der Expertenrunde mit Sina Gritzuhn (Hamburg Startups), Oliver Lücke (Jungheinrich AG) und Christian Heise (Google DNI Innovation Fund) vor.

Es startet Carina Röllig, eine von drei Gründerinnen von Webdata Solutions, einem Start-up, das B2B-Kunden bei Big Data hilft.

16.31 Uhr

Nun kommt Nicolas Chibac, Gründer von Spherie. Das Start-up baut die nach eigener Aussage erste Drohne für 360-Grad-VR-Filme.

Benjamin Köhnsen hat Lampuga entwickelt: Ein aufblasbares Elektrosurfboard. Eines haben sie schon an Mario Götze vergeben – und dürfen im Gegenzug einen Werbespot mit ihm machen.

16.55 Uhr 

Dafür macht die Bürokratie ab und an Ärger: “E-Mobilität auf dem Wasser ist eine Katastrophe, Deutschland ist völlig überreguliert”, sagt Köhnsen.

18.02 Uhr

Nun kommen die “Löwen”. “Ich war enttäuscht, dass ich nicht mehr investieren konnte”, sagt Carsten Maschmeyer. Und legt die Latte für die nächste Staffel gleich ganz hoch: “Ich hoffe in der nächsten Staffel auf Deals von fünf oder zehn Millionen.”

“Wir suchen alle nach dem neuen Facebook oder Apple”, sagt Maschmeyer. Um es zu finden sollte man einen möglichst breiten Fokus haben.

18.11 Uhr

Frank Thelen erklärt, warum er oft zu den Gründern zu hart ist: “Wenn Start-ups schlecht vorbereitet sind ärgert mich das, weil sie anderen den Slot klauen.” Gründen dürfe kein Hype werden, wo jeder denke, er kann easy eine App rausschiessen und reich werden.

18.19 Uhr

Maschmeyers wichtigstes Entscheidungskriterium für Investitionen: “Wollen viele Leute das Produkt kaufen?” Genauso wichtig sind die Gründer. “Die dürfen unsympathisch sein, aber nicht unfähig”, sagt Frank Thelen.

18.29 Uhr

Frank Thelen hat wenig Zeit für neue Deals. Dafür berät er seine Beteiligungen intensiv: “Ich kommuniziere mit jedem bestimmt vier Mal pro Woche.” Carsten Maschmeyer hat dafür ein Team von 20 Leuten. Anstrengend sind für Thelen Pitches an der Bar. Er versucht immer freundlich zu sein, daher falle es ihm bei Ideen, die nicht überzeugen, schwer klar zu sagen, dass er garantiert nicht nochmal anrufen wird.

18.35 Uhr

Dabei liegt man natürlich auch oft schief. “Ich hätte nie in Airbnb investiert”, sagt Thelen. Der Grund: Die Gefahr, dass die Wohnungen verwüstet werden und das Modell nicht funktioniert, sei zu hoch. Maschmeyer hat gerade einen 100- Millionen-Anteil an Airbnb für 105 Millionen angeboten bekommen und abgelehnt: “Ich halte die Bewertung für zu hoch”. Und das gelte für viele US-Unicorns. “Wir haben da eine Bubble, die platzen wird”.

18.48 Uhr

Nun wird der erste Preis vergeben: Der Kölner Kofferhersteller Rimowa wird als “Digitaler Pionier” ausgezeichnet. Den Preis gibt es für einen smarten Koffer, der automatisch eingecheckt kann. Dazu werden die Daten auf ein Display übertragen. Bisher geht das mit der Lufthansa-App und spart die Kofferschlange.

19.02 Uhr

Seit zehn Jahren gibt es nun schon den Gründerpreis der WirtschaftsWoche. Jetzt berichten drei der früheren Gewinner, wie sich ihr Start-ups seither entwickelt haben. 2009 hat Michael Bruck mit Chocri und individualisierter Schokolade gewonnen. “Wegen des Gründerpreis haben uns viele Leute angerufen und wir haben einige Mitarbeiter gefunden”, sagt Secomba-Gründerin Andrea Pfundmeier. Auch Anna Rojahn, Gründerin von Fast Forward Imaging hat dadurch “unsere beste Mitarbeiterin” gefunden. Bei Chocri kam dadurch sogar ein Deal mit Ritter Sport zustande.

19.14 Uhr

Einen noch größeren Schub als Snowdens NSA-Enthüllungen hat Secomba Apples iCloud-Affäre gegeben, als viele Nacktbilder von Promis im Netz standen. Doch inzwischen treiben Datenskandale Kunden kaum noch zu Datensicherheit und Verschlüsselung. “Viele Leute stumpfen ab”, sagt Pfundmeier.

Sie rät zudem anderen Gründern, möglichst wenig Angst zu haben. Viele Dinge kommen sowieso anders als man denkt.

19.23 Uhr

“Die Jurysitzungen für den Preis sind immer ein Highlight in meinem Jahr”, sagt WirtschaftsWoche-Chefredakteurin Miriam Meckel. In disem Jahr haben es Green City Solutions, Peat, Landpack, Park Here, Inveox und GridX ins Finale geschafft.

Der zweite Platz geht an Peat. Das Start-up hat eine App entwickelt, die Pflanzenkrankheiten anhand von Fotos erkennt. Die App Plantix identifiziert inzwischen mehr als 60 Krankheiten. Deren Anzahl und die Qualität der Bilderkennung verbessern, sich durch die selbst lernende Software ständig.

19.30 Uhr

Den Sieger zeichnen mehrere Dinge aus: Mut, Hartnäckigkeit und der Glaube daran, dass die eigene Idee ein bisschen die Welt verändern kann. Erst einmal will das Start-up dem Online-Lebensmittelhandel auf die Sprünge helfen, denn der produziert einen unschönen Nebeneffekt: Verpackungsmüll. Schlimmer noch als die Massen an Kartons sind dabei die Berge von Styropor. Um die gepressten weißen Perlen herzustellen, ist Erdöl notwendig, das Recycling ist kompliziert. Landpack aus Puchheim bei München hat eine ökologische Alternative entwickelt – es ersetzt Styropor durch Stroh. Das ist durch zahlreiche Luftkämmerchen ein idealer Dämmstoff.

“Wir dachten selbst, dass muss es doch schon geben”, sagt Patricia Eschenlohr. Doch fand kein Patent. Denn Boxen aus Stroh zu fertigen ist nicht so einfach. Landpack musste dafür eigene Maschinen entwickeln.