Die Art des Arbeitsvertrags ist dabei zweitrangig: Ob 450-Euro-Job (der eine leichtere Abrechnung ermöglicht), Teil-, oder Vollzeitstelle – am Ende müssen Arbeitgeber in jedem Fall Punkte wie Urlaubsanspruch oder Mindestlohn beachten. Bauer empfiehlt zudem eine Ausschlussfrist, die dafür sorgt, dass Arbeitnehmer etwa nicht ewig auf Überstundenvergütung aus den Vorjahren pochen können. „Das schützt vor späteren Überraschungen“, sagt Bauer.

Befristete Arbeitsverträge machen dagegen insbesondere in jungen Unternehmen nicht unbedingt Sinn. Der Vorteil aus Gründersicht liegt in den speziellen Regelungen für Kleinbetriebe in Deutschland. Die ermöglichen es Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern, Angestellte auch ohne Angabe von Gründen ordentlich zu kündigen – das Kündigungsschutzgesetz greift hier noch nicht umfassend. Entscheidend ist dabei das Äquivalent an Vollzeitstellen, nicht die Anzahl der tatsächlichen Mitarbeiter. Bei Jobeconomy etwa hat Oliver Reinsch aktuell 13 Leute beschäftigt – die aber auf 9,5 Vollzeitstellen verteilt sind.

Im Arbeitsvertrag zählt das richtige Maß aus exakten und allgemeinen Angaben. Eine Angabe über die Wochenarbeitszeit etwa gehört hinein, eine genaue Aufteilung von Arbeitszeiten oder –orten kann dagegen hinderlich sein, weil sich der Mitarbeiter im Ernstfall dann auf diese Punkte beharren darf. Gleiches gilt für die allzu exakte Beschreibung eines Jobprofils – gerade im kleinen Team wird auch der Software-Entwickler vielleicht mal einen Nachmittag bei Rechnungserstellung helfen, wenn das Geschäft gut läuft.

Eine klare Strategie kann früh helfen, die richtigen Entscheidungen in Sachen Personal zu treffen. Und etwas mehr Sorgfalt zu Beginn – im Zweifel auch mit rechtlicher Unterstützung – kann bei den ersten Arbeitsverträgen wichtig sein, um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden. „Das Arbeitsrecht kann wie ein Boomerang sein“, warnt Bauer, „schlecht gemachte Verträge können auch Jahre später noch zum Problem für den Arbeitgeber werden.“

Entscheidend bleibt neben all den rechtlichen und organisatorischen Aspekten aber weiter das Bauchgefühl der Gründer, die zum Arbeitgeber werden. Oliver Reinsch hat für sich nach den ersten Monaten als Arbeitgeber eine klare Formel gefunden: „Ich muss mir immer vorstellen können, mir mit einem neuen Kollegen jahrelang den Schreibtisch teilen zu können.“