Gründer-Hotspots außerhalb Berlins werden zunehmend attraktiver, neben Rhein-Ruhr-Gebiet, Stuttgart und Karlsruhe profitieren auch Regionen im Osten – wenn auch letztere auf niedrigem Niveau.

Berlin bleibt Gründer-Hotspot

In Sachsen sind 5,1 Prozent der befragten Start-ups angesiedelt (plus 0,6 Prozentpunkte). In Sachsen-Anhalt fällt der Anstieg am höchsten aus: Laut Monitor haben 1,2 Prozent der Start-ups ihren Sitz – im Jahr zuvor lag die Quote gerade einmal bei 0,2 Prozent. Während Brandenburg auf einem Niveau von 1,5 Prozent stagnierte, legte Mecklenburg-Vorpommern auf 1,0 Prozent zu (plus 0,4 Prozentpunkte). In Thüringen haben 1,2 Prozent der jungen, innovativen Firmen ihren Sitz – ein Rückgang: Im Jahr zuvor waren es noch 1,6 Prozent.

Sachsen will mehr Gründer anlocken: Der Freistaat plant für rund 100 Millionen Euro in Dresden ein Innovationszentrum für das Internet der Dinge. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten dafür gemeinsam an der digitalen Vernetzung, Start-ups sollen neue Impulse setzen. Der Autobauer VW wirbt mit Dresden um Start-ups rund um das Thema Mobilität. Ein „Business Incubator“ soll Gründerfirmen fördern, die innovative Software-Lösungen entwickeln – für Navigation, Parken oder Carsharing. Es locken eine Finanzspritze bis zu 20 000 Euro, mietfreie Büros in der Gläsernen Manufaktur und IT-Technik. „Dresden besitzt schon jetzt eine aktive Forscher- und Start-up-Szene. Es fehlt jedoch ein Inkubator, speziell zum Thema Mobilität. Diese Lücke wollen wir schließen“, so Kai Siedlatzek, Finanzchef von VW Sachsen.

Insgesamt weniger Gründungen

Der Chefvolkswirt der staatseigenen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, sieht im Osten Nachholbedarf in Sachen Gründungen. Zwar ist man derzeit noch an der Auswertung der Zahlen für 2016, die im Mai vorgestellt werden sollen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich in den Rangfolge der Bundesländer wesentlich etwas ändert.“

Im Gründungsmonitor für das Jahr 2015 landeten die ostdeutschen Flächenländer allesamt auf den hinteren Plätzen. Mit einer Quote von 14 Gründungen pro 1000 Erwerbsfähigen sind Thüringen und Sachsen die gründungsfreudigsten Ost-Flächenlander, gefolgt von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 13 Gründen pro 1000 Erwerbsfähigen. Schlusslicht bleibt Sachsen-Anhalt (7). Deutschlands Gründerhauptstadt in Deutschland ist nach wie vor Berlin (26).