Darauf angesprochen, dass eine solche Summe gerade für Studenten viel Geld ist, sagt Dudek: „Wenn wir viele Kunden gewinnen, können wir die Kommission sukzessive verringen.“ Dass der Vermieter nichts zahlen muss, begründet der Nestpick-Gründer mit der guten Marktsituation: „Der Vermieter würde seine Wohnung so oder so anbieten und vermieten“, so Dudek. Für einen Wohnungsbesitzer sei das Portal daher nur interessant, wenn es für ihn kostenfrei bleibe.

„Wir sind keine Makler“

Die Kommission, die Nestpick von potenziellen Mietern verlangt, erinnert an Maklerprovisionen. Bisher war es so, dass viele Vermieter einen Makler bestellten, den am Ende der Mieter zahlen musste. Ein neues Gesetz verbietet diese Praxis seit Anfang 2015: Der Mieter muss nur zahlen, wenn er den Makler selbst bestellt hat. Nestpick sieht sich selbst nicht in Gefahr, dieses Gesetz durch seine Kommission zu brechen. „Wir gelten nicht als Makler. Unsere Nutzer zahlen für unsere Plattform“, sagt Dudek.

Nestpick will bald auch in weitere Städte wie Hamburg, Köln, Frankfurt und Heidelberg gehen. Wie bei vielen seiner Start-ups setzt Rocket Internet auch bei dem Wohnungsportal auf die schnelle Eroberung neuer Märkte: Seit Dezember ist das in den Niederlanden gegründete Unternehmen in ingesamt fünf neue Länder gegangen – Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien. In diesem Jahr sollen noch weitere Märkte, unter anderem die Schweiz und Österreich, hinzukommen.