Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Mylily, Dennis Werner und Heide Peuckert, an. Sie entwickeln Hygieneprodukte ohne Chemie und Plastik. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Neun von zehn Frauen wissen nicht, woraus ihre Tampons bestehen – obwohl sie sie Monat für Monat  stundenlang in sich tragen. Die Hersteller müssen die Inhaltsstoffe nicht ausweisen. Wir liefern  Monatshygieneprodukte, die ohne Chemie und Plastik auskommen. Die Tampons bestehen zu 100 Prozent aus zertifizierter Biobaumwolle. Bei Binden und Slipeinlagen haben wir zudem Plastik durch  Maisstärke ersetzt. Fertigen lassen wir die Produkte in Europa.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Heide wollte im Urlaub mit einer amerikanischen Mitreisenden tauchen gehen. Als diese wegen ihrer  Periode absagen wollte, hat Heide ihr einen Tampon angeboten. Die Frau lehnte ab: Ihr seien da zu viele Schadstoffe drin. Daraufhin hat Heide angefangen zu recherchieren.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Frauen können über unsere Website Tampons, Slipeinlagen und Menstruationstassen bestellen und  abonnieren. Auch stehen unsere Produkte inzwischen in den Regalen von mehr als 350 großen  deutschen Supermärkten.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … offen, brutal ehrlich, aber auch unterstützend. Für Männer im Team heißt das, auch offen für  schwierige Themen rund um die Periode zu sein.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben Versicherungsexperten, Psychologen, Philosophen, Betriebswirte und Spezialisten für feministische Geografie im Team. Von zwölf Mitarbeitern sind fünf Männer.

Was war euer größter Rückschlag?
Ein Konkurrent hat uns abgemahnt. Da haben wir viel Werbematerial weggeworfen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Mylily ist dann die Lieblingsmarke der modernen Frau und international vertreten. Dazu müssen wir kulturelle Unterschiede studieren. In Frankreich etwa sind Applikatorentampons populär, hier nutzt die kaum jemand.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 15 000
Finanzierung: Geld von privaten Investoren
Gründung: 2018 in Hamburg
Mitarbeiter: 12

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Die Idee finde ich super, der Zeitpunkt ist richtig, der Markt ist riesig. Trotzdem wird es anstrengend, sich  langfristig gegen große, internationale Mitbewerber durchzusetzen“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds

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