Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von MyAutoData, Manfred Heiss, an. Sein Start-up lässt Verbraucher ihre Autodaten selbst verwalten und damit Geld verdienen. Wie urteilt Investor Lars Hinrichs? 

Manfred, du hast eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet dein Elevator Pitch?
Die meisten der heute eine Milliarde zugelassenen Autos können Daten sammeln – etwa zur Fahrweise oder zur Fahrstrecke. Kombiniert etwa mit soziodemografischen Daten des Fahrers, Werkstattrechnungen und Versicherungsdaten sind solche Informationen Milliarden wert. Autobauer wollen sie gern vermarkten, ohne die Dateneigentümer zu bezahlen. Wir haben einen digitalen Datentresor entwickelt, mit dem Autobesitzer selbst Geld erwirtschaften können, etwa über Marktforscher oder Versicherer, die dafür bessere Konditionen bieten. Die Daten werden per Adapter und App aus der Fahrzeugelektronik ausgelesen und in den Datentresor geladen.

Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich habe viele Jahre im Ausland gearbeitet, etwa für BMW und Oracle. Bei all den Umzügen habe ich irgendwann die Ordnung in meinen Fahrzeugunterlagen verloren. Also habe ich eine Lösung entwickelt, um sie digital zu speichern. Viele Freunde wollten das auch nutzen. Aber ich sollte ihre Daten nicht einsehen können.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Jeder kann sich umsonst anmelden und mit seinen Daten Geld verdienen – wir erhalten die Hälfte vom Umsatz. Für die Bereitstellung der Fahrdaten via Adapter braucht der Nutzer bei uns ein kostenpflichtiges Jahresabo.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Wir wollen unser Produkt so perfekt wie möglich machen.

Wie sieht es mit Vielfalt in deinem Unternehmen aus?
Es spielt keine Rolle, welcher Nation, welchem Geschlecht, welcher Religion jemand angehört – Hauptsache, unsere Mitarbeiter begeistern sich fürs Produkt.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir haben sicher drei Monate verloren, um künstliche Barrieren in den Smartphonebetriebssystemen von Google und Apple zu überwinden.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir 50 Millionen Kunden in 20 Ländern.

Fakten zum Start-up

Kunden: Ausgerollt an 200 Testnutzer, zudem 1000 Interessenten
Finanzierung: Eigenmittel
Gründung: 2019 in München
Mitarbeiter: 17

Würde der Profi investieren?

Idee: 1/5
Geschäftsmodell: 1/5
Timing: 2/5

Urteil: „Allein die Kosten für Gerät und Management wiegen die Einnahmen nie auf. Wie viel sollen denn die Werkstattdaten von ein paar Autos bringen? Problem erkannt, aber am Markt völlig vorbeigeschossen.“
Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private-Equity-Fonds Cinco Capital

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